Musique rapide et violente

Ich, am Abend des 22.3.2018 mit Großmutter telefonierend: «Also, ich muß jetzt leider los.»
Großmutter: «Na freilich, dann will ich dich nicht mehr aufhalten. Was machst du denn noch?»
I: «Mit Freunden auf ein Konzert gehen.»
G: «So, wer spielt denn?»
I: «Ach, kennst du glaub ich nicht, sind aus Brasilien.»
G: «Aus Brasilien? Na, da bin ich gespannt, was du an Ostern davon zu erzählen hast!»
(Gespräch nicht ausgedacht, nur ins Standarddeutsche übersetzt.)

Ostermontag, Dorfwirtschaft Zur Linde, Familienessen: Hey Oma, also die brasilianische Band, auf deren Konzert ich am 22. März war, war Sepultura. Das ist portugiesisch und heißt Weiterlesen

Warnung

Erst wenn auf den Fahrradwegen in den städtischen Parks und Anlagen der letzte Radler unterwegs gewesen sein wird ohne neongelbe Warnweste, ohne Fahrradfunktionskleidung, ohne Helm mit neongelbem Regenüberzug, ohne neonfarbenen Hosenbeinclip mit Reflektor (rechts), ohne regendichte Gepäcktasche (links), ohne Flugzeugscheinwerfer, der direkt in die Augen der Entgegenkommenden gerichtet ist, ohne vor jeder nicht einsehbaren Kurve schrill zu klingeln, um das eigene Fahrradwegbenutzungsrecht aggressiv einzuklagen und ja nicht bremsen zu müssen, und ohne sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h fortzubewegen – erst dann werdet ihr merken, daß [Fragment]

Twitterpapst

Papst Franziskus hat auf Twitter neun Accounts (je einen für alle 9 Sprachen, alle folgen jeweils nur den anderen Papstaccounts). Weil im Vatikan Latein Amtssprache ist, ist darunter mit @Pontifex_ln natürlich auch ein lateinischer. Dessen bislang erfolgreichster Tweet stammt aus dem Jahr 2016 und lautet: «Quid hic 1 bios est?»

Anmerkung: Ich muß wohl nicht extra vorrechnen, was es bedeutet, daß er ausgerechnet neun Accounts hat, mach’s aber trotzdem:
9 = 3 x 3
3 + 3 = 6
3 x 6 = 666
#QED #wearedoomed

Anmerkung 2: Falls jemand mit Latinum Bock hat, mal wieder ein bißchen was zu übersetzen, die Lateinkenntnisse jedoch nicht mehr optimae sind: der deutschsprachige Account @Pontifex_de bietet zu jedem lateinischen Tweet die deutsche Komplettlösung!

Kurse & Seminare

Aus dem Workshop-Angebot der Universität Erlangen-Nürnberg: «In den Schreibfluss kommen: Blockseminar» (kein Witz)

Ferner bieten diese Spaßvögel u.a. an:
– Fast fertige Hausarbeiten beenden: Anfängerkurs
– Motivationshürden abbauen 2: Aufbauseminar
– Nebenwiedersprüche bei Marx: Hauptseminar
– Bipolare Störungen erkennen und behandeln: Mittelseminar
– Ringvorlesung: ‹Alles hat ein Ende, nur die Wurscht hat zwei› – Leben, Werk und Wirkung des Musikers Stephan Remmler

Andernorts steht man solchem Quatsch jedoch in nichts nach:
– Addieren, subtrahieren, dividieren: Malkurs (VHS)
– Kompostieren & Düngen: Schnupperkurs (Obst- und Gartenbauverein)
– Crashkurs «Sicher durch den Straßenverkehr» (ADAC)

 

 

Sankt Bahnübergang

Angesichts des heutigen Andreastages hier ein
Repost eines Beitrags von vor einem Jahr:

Der 30. November ist im christlichen Kalender der Namenstag des Heiligen Andreas. Was, neben dieser Tatsache, viele nicht wissen: Die x-förmigen Andreaskreuze, die an Bahnübergängen stehen, gehen auf ebendiesen Hl. Andreas zurück. Denn der Hl. Andreas wurde, wie es in jenen christophoben Zeiten nicht unüblich war, gekreuzigt, aber nicht an einem großen kleingeschriebenen t wie z.B. Jesus oder Brian, sondern an einem großen x.

Das Vergehen, aufgrund dessen er gekreuzigt wurde: Weiterlesen

Nicht gekennzeichnete Raucherbereiche

Für unsere neuen Gäste (Danke an Torsten Gaitzsch, c/o Kybersetzung!) gibt’s heute einen Repost aus den Anfangstagen dieses Blogs:

 

Wo sind an den Bahnsteigen der deutschen Bahnhöfe eigentlich die nicht gekennzeichneten Raucherbereiche? Und warum darf man in diesen nicht rauchen?

»Wie kommst’n da drauf, daß es sowas an Bahnsteigen gibt?«

Na, weil Weiterlesen

Literaturtip

Lesen Sie jetzt den neuen Enthüllungsschinken über Korruption in der Restauranttesterszene: Michelin Houellebecq, ›Auszeichnung der Mampfzone‹ (Magenbach 2017)!


(Anmerkung: Ach du meine Güte, ist »Restauranttesterszene« ein häßliches Wort! Das erinnert mit seinem Rattatattatatt ja an Ernst Jandls Gedicht ›schtzngrmm‹ – zu dem es hier eine ebenso hübsche wie komische Audioaufnahme gibt: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/schtzngrmm-1230)