Vorgeplänkel zu einem Titanic-Beitrag

Schön am self hosting meiner Daten in der heimischen Cloud ist, dass auch Kalender und Telefonbuch nun auf der hiesigen Festplatte liegen und ich endlich unabhängig vom ollen Google Kalender bin. Der ist, wie Google Drive und Google Photos, wirklich schlecht bis zum Dorthinaus.

Exkurs Google Photos: Dieses zum Quatschprogramm gewordene Produkt hat das Fass zum Überlaufen bzw. mich zum Google-Abschied gebracht. Was war passiert? Ich wollte in der Google-Desktop-App ein Foto suchen, das vom Smartphone wie alle Fotos via Google Photos in die Cloud gesichert wurde. Es war ein Foto aus WhatsApp, im Smartphone zu finden im Foto-Ordner aller WhatsApp-Fotos, so auch in der Google-Photos-App.

Und am Desktop? Am Desktop war plötzlich die Ordnerstruktur des Smartphones verschwunden! Irgendwann hatte Google also beschlossen, die Foto-Ordnerstruktur des Telefons in der Desktop- bzw. Browseranwendung nicht mehr abzubilden. Die Folge: Dort hat man jetzt nur mehr einen einzigen riesigen Fotodump, in dem alle Fotos einzig und allein chronologisch sortiert sind. Finde da mal eine*r ein Foto! Also ich nicht. Komplett bescheuert imho.

Zurück zum eigentlichen Anliegen: Kalender und Kontakte aufm Home Server. Die Kalenderapp, die ich nun benutze und für die ich sogar 9,99 € ausgegeben habe, ist, im Gegensatz zum BigTech-Krempel, wirklich benutzerfreundlich und bietet mir durchdachte, praktische Funktionen, von denen ich beim BigTech-Krempel nicht mal zu träumen gewagt hätte. Nun beschloss ich kürzlich, Geburtstage nicht wie früher im Kalender als jährlich sich wiederholende Ganztagestermine anzulegen, sondern sie im Telefonbuch bei den Kontakten einzutragen. Weil der Kalender sie dann prima mit einstellbaren Erinnerungs- und anderen Möglichkeiten übernimmt. Daraus entstand dann dieser Beitrag für die Titanic-Rubrik »Vom Fachmann für Kenner«:

Foto des Beitrags:  
"CONTACTS, DEAD OR ALIVE 
Geburtstage im digitalen Telefonbuch speichern, damit sie im Kalender des Smartphones angezeigt werden: Das mutet reich lich seltsam an, wenn es um Babys und Kleinkinder geht, für die man einen eigenen Eintrag anlegen muss. Obwohl die weder Telefonnummer noch E-Mail-Adresse haben! Vollends absonderlich wird's, wenn es um Geburtstage bereits Verstorbener geht. Dann hat man Kontakte ins Reich der Toten. 
Andreas Lugauer"
Titanic 5/26

Als äußerst unregelmäßiger Beiträger möchte ich an dieser Stelle, kurz vor Erscheinen des neuen Heftes mal sagen: Holt euch doch mal wieder ein Heft oder schließt gar ein Abo ab.

*putting OMA in AUSLAUFENDE DOMAIN*

Die Firma Word​press schreibt mir, und ich gebe es erinnerungshalber noch mal weiter: »Die Domain salondufromage.blog kostet 22,00 €, und läuft in 29 Tagen am 14. Juni 2026 aus. Dieser Preis beinhaltet keine anwendbaren Steuern, die je nach deiner Rechnungsadresse variieren. Wenn dieses Upgrade abläuft, wird deine Website nicht mehr unter ›salondufromage.blog‹ verfügbar sein.«

Den Satz »Dieser Preis beinhaltet keine anwendbaren Steuern, die je nach deiner Rechnungsadresse variieren« verstehe ich nicht und er ergibt imho auch gar keinen Sinn. Der Rest bedeutet im Klartext: Nach dem 15.6.2026 ist der Salon du Fromage nur noch über die URLs https://salondufromage.de und https://salondufromage.wordpress.com/ zu erreichen. Bei RSS-Readern möge es bis dahin heißen: URL upg’dat’d is’!

PS: Hehe, wenn man im Wort »Word​press« ein breitenloses Leerzeichen einfügt, dann erkennt der Bot darin nicht den Firmennamen des Bloganbieters und ändert mithin das »p« nicht zur Binnenmajuskel »P«.

Bitte verlangen Sie

*platzt äußerst unwirsch zur Verlagstür herein*  ICH VERLANGE – AUF DER STELLE!! – DEN VERLAGSALMANACH ›ZWIEBEL‹!!!

Erich Fried: Die Freiheit den Mund aufzumachen. Achtundvierzig Gedichte, Berlin: Wagenbach 1981, S. 6.

PS: Für mich klingt das wie ein geheimer Einlasscode eines clandestin operierenden Hinterhofsexclubs.

PPS: Von einem Leser weiß ich, dass er eine Zwiebelphobie hat. Ob er wohl nach diesem Verlagsalmanach verlangen würde?

What’s the most useless thing your brain decided to permanently memorize?

Screenshot einer Frage im Subreddit r/AskReddit auf Reddit: »What’s the most useless thing your brain decided to permanently memorize?«
Link zum Beitrag

A–Bri
Bro–Eis
Eis–Gef
Gef–Ing
Ing–Köt
Kra–Mö
Mö–Pol
Pol-Sar
Sar–Tar
Tat–Zyp

… die Buchstabenbereiche der Bände einer zehnbändigen Enzyklopädie im Wohnzimmerregal meiner Eltern kann ich seit 30 Jahren auswendig. Wenngleich eher so sprechgesungen:

🎶A🎶 Bri 🎶 Bro 🎶 Eis Eis 🎶 Gef Gef 🎶 Ing Ing 🎶 Köt 🎶 Kra 🎶 Mö Mö 🎶 Pol Pol 🎶 Sar Sar 🎶 Tar Tat 🎶 Zyp 🎶

Sturmreif

Heute Jahre alt war ich, als mir Folgendes auffiel: »sturm-« in der Redwendung »sturmreif geschossen« meint ja gar nicht den Sturm im Sinne von ›starker Wind, der oft schwere Schäden verursacht‹, sondern ›militärischer Angriff oder Versuch einer Gruppe von Personen, in ein Gebäude einzudringen und dort die Kontrolle zu übernehmen oder Zerstörungen anzurichten‹ wie etwa beim Sturm auf die Bastille. Menschenskinder! Gestern wurde ich noch gelobt dafür, dass ich doch so gescheit sei. Wie konnte ich all die Jahre überleben, wenn ich mir die Redewendung zurechterklärte mit ›etwas so ramponieren, dass der nächste Sturm es mühelos abräumt‹. Mein Kopf, er ist sturmreif.

A-e-rodynamic

In der Kinderwissenssendung was gehört, was ich total vergessen hatte: Es gab ja mal tollkühne Piloten, die mit Raketenautos auf ausgetrockneten Salzseen 1000 km/h und mehr gefahren sind. So ein Schmarrn! Wobei: Für die Aerodynamologie kam bestimmt was rum dabei.

Apropos Aerodynamik: Der Böse bei »Das fliegende Auge« entgegnete auf das Ansinnen des Guten, mit einem Helikopter einen Looping fliegen zu wollen: »Das ist aerodynamisch nicht möglich«, wobei er es »a-e-rodynamisch« aussprach. Wahrscheinlich hatte er einen Landwirtsvaterkomplex und wollte mit Ähren überhaupt nix mehr zu tun haben.