Kurz notiert (166)

Der zwölfte Monat des Jahres heißt – klar! – Duodezember.

*

Sittensusi und Sittenstrolch

*

»You can’t spell EARTH without ART!«
»Ah, stimmt, deswegen heißt sie bei uns Ekunste!«
« Ah, c’est vrai, c’est pour ça qu’on l’appelle Tarte chez nous ! »
«Ah, claro, ¡por eso la llamamos Tartea!»
»别胡说八道了!«

*

Neuromantik¹ vs. Neuromantik²

¹ literarische Strömung um 1900
² Wahrsagekunst, das Nervensystem betreffen

*

Paw Patros, der flauschige Käsegenuss auf vier Pfoten

*

Macht sich gegen den eTrend noch ein letztes Mal stark für Erdgas-betriebene Automobilmotoren: der Fahrgasverband ProPan

*

Kurz notiert (165)

Unterhalb der Speyrer Linie heißen sie Sternschnupfen

*

Nach dem Endsieg der Rechten wohl für immer weggecancelt: TV totalitär Woke WM

*

Den Namen Thom Yorke spricht man übrigens [ðɔm ðɔ:k]. Bei Thom ist die th-Aussprache ja klar. Nur wenige aber wissen, dass man das Y auch wie th ausspricht wie in »ye olde …«, which makes use of the term ye to mean »the«

*

BERLIN (fpa) • Wenn Seeleute ihre Asche auf See verstreuen lassen dürfen, sollen Landwirte ihre Asche auch auf ihren Feldern ausbringen lassen dürfen, so der Deutsche Bauernverband. Man habe deswegen die Initiative Ährengrab gegründet. Zustimmung signalisiert bereits der Verband der deutschen Düngemi

*

DeepL – die einen sagen so (diehpl), die anderen so (diehp-ell). Recht haben die anderen.

(Ein Glück, dass es keine so horrend haarsträubende Aussprachekonvention ist wie bei LaTeX)

*

Warum heißt es (28)

Warum heißt es Turnhalle und nicht Reich der Matte

*

Warum heißt es Navigationsansager und nicht Führsprecher

*

Warum heißt es den eigenen natürlichen Tod mit Waffengewalt verhindern wollen und nicht mit Kanonen auf Parzen schießen

*

Warum heißt es PC eines Viehhalters, der den IT-Support ständig zur Weißglut treibt, und nicht Bauer-DAU-Stelle

*

Warum heißt es Seitenaltar und nicht Runterbet-Kommode

*

Songtext Info

FAKT: Die Lyrics des Slipknot-Heulers »(sic)« schrieb Frontmann Corey Taylor, als er vor dem Durchbruch der Band zum Broterwerb noch Wissenschaftler war. Zur Weißglut trieb es ihn jedes Mal, wenn er grammatikalisch Falsches in einem Zitat mit »[sic!]« (kurz für sic erat scriptum!) kennzeichnen musste. Kaum erträglich, dass noch in der es eigentlich besser wissen müssenden wissenschaftlichen Literatur so viele kennzeichnungspflichtige Fehler sich fanden dass sich noch in der wissenschaftlichen Literatur so viele kennzeichnungspflichtige Fehler fanden; musste gerade diese es eigentlich besser wissen.

Was ihn aber auch aufregte: das im Hinweis übliche Ausrufezeichen. Es signalisierte ihm Überheblichkeit der hinweisenden Person. Einen Fehler zu markieren, langte doch völlig, es musste nicht auch noch geprahlt werden damit.

Um diesen Unmut auszudrücken, fuhr Taylor eine Doppelstrategie: Grafisch ließ er das Ausrufezeichen im Songtitel und im CD-Booklet weg. Akustisch hingegen ist es alles andere als weggelassen: Nachgerade physisch und dreifach erfahrbar ist es bei jedem gebrüllten »siiiiiiiiic !!!«.

Fazit: Im Verein mit der mehr oder weniger aggressiven Grundstimmung des Lieds kommen somit sowohl der Unmut über die Fehlerdurchsetztheit noch wissenschaftlicher Literatur als auch die Aversion gegen die Zitator*innenüberheblichkeit zum Ausdruck.

Ein bisschen verschwimmt der Bezug zum wissenschaftlichen Ursprung des Lieds, weil der Songtitel mit runden statt eckigen Klammern erscheint. Diese hatte der Layouter auf seiner Tastatur nicht gefunden.

Ausblick Rückblick: Nachdem Taylor hauptberuflich bzw. ausschließlicher Metalsänger geworden war, vergaß er die Unbill seines ehemaligen Brotberufs recht schnell. Sogar bei der Aufführung des Songs ereilte ihn die Erinnerung daran nur gelegentlich; hatte er auf der Bühne doch Wichtigeres zu tun.

So verwerfen Sie einen Skeet-Post auf Bluesky

Es sind die kleinen Details, die das genaue Hinschauen oft so erquicklich bzw. unerträglich machen. Mein all-time favourite ist die freundliche Bitte der Social-Media-App Friendly: »Helfe beim Übersetzen«. Da kommen Form und Inhalt füglich zur Deckung.

Neu im Repertoire: Möchte eins auf der Social-Media-Plattform Bluesky das Posten eines »Skeet« genannten Posts abbrechen, muss es zunächst auf »Abbrechen« drücken (vgl. Fig. 1). Im sich daraufhin öffnenden Fenster (vgl. Fig. 2) aber eben nicht abermals auf »Abbrechen« – das würde das Abbrechen abbrechen –, sondern auf »Verwerfen«.