Update the URL! Und Wissenswertes zur »Bakterie«

Wie schon öfter gepostet,1 läuft die Domain salondufromage.blog am heutigen Montag, dem 15.06.2026, ab. Ab morgen ist der Salon du Fromage nur noch über salondufromage.de oder salondufromage.wordpress.com zu erreichen.

Hinzuweisen wäre an dieser Stelle auch darauf, dass es eben nicht hieße »am heutigen Montag, *den 15.06.2026«, sondern »am heutigen Montag, dem 15.06.2026«. Warum? It’s the Kasusrektion! Die Präposition (in diesem Fall »am«) regiert den Kasus der korrespondierenden Präposition in der Apposition (in diesem Fall »dem«).

Das dürfte aber nicht mehr lange der (haha) Fall sein. Denn dass es heißt »am heutigen Montag, den 15.06.2026«, hat sich so sehr durchgesetzt, dass die Kasusrektion wohl bald nicht mehr die Norm sein dürfte. Ganz ähnlich wie bei des Genitiv-Dativ-Wandels.

Fun Fact am Rande: In einem Kinder-Wissensbuch las ich kürzlich den Ausdruck »Bakterie« als Singular von »Bakterien«. Schmöckig rollte ich freilich gleich mit den Augen. »Das heißt doch ›Bakterium‹! So weit ist der Sprachverfall also schon gekommen!«, durchfuhr es mich innerlich und ich rückte das Monokel vor meinem linken inneren Auge gerade.

Fotografierter Ausschnitt aus dem in der Bildunterschrift angegebenen Kinderbuch. Überschrift als Kolumnentitel oben: "Wieso haben wir manchmal Fieber?" Zu sehen ist eine gezeichnete Lupe, die verschiedene Zellen des menschlichen Blutes vergrößert zeigt. Daneben als Legende die einzelnen Zellen: 
weiß: "Weißes Blutkörperchen" 
rot: "Antikörper" 
gelb: "Erkältungsbakterie" 
blau: "Grippevirus"
Rübel, Doris (Illustration und Text): Wieso? Weshalb? Warum? Wir entdecken unseren Körper, Ravensburg 2012, o. P.

Doch was muss ich in den Wörterbüchern lesen? Dass sie sich widersprechen! Beim Duden heißt es online im Eintrag »Bak­te­rie, die« (15.06.2026) im Abschnitt »Synonyme zu Bakterie«: »Krankheitserreger; (veraltet) Bakterium; (Biologie) Schizomyzet; (Medizin) Pathogen«. Mich täte allerdings schon sehr wundern, dass Bakterium als veraltet anzusehen wäre.

Tatsächlich gibt denn auch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache im Abschnitt »Bedeutungsverwandte Ausdrücke« zu »Bakterie, die« (15.06.2026) das Gegenteil an: »Bakterie veraltet · Bakterium griechisch, lat. · Spaltpilz veraltet · Bazille ugs. · Bazillus ugs.«. Und das stimmt mich milde, andererseits erstaunt es mich auch. Bakterie soll keine neumodische Deklinationsschluderei, sondern älter als Bakterium sein? Interessant. Laut Etymologie, die interessanterweise auch im Eintrag »Bakterium, das« (15.06.2026) mit »Bakterie f.« überschrieben ist, lässt sich der Singular »Bakterie« schon in der 2. Hälfte des 19. Jhs. in Fachliteratur und Belletristik nachweisen. Bei der etymologischen Bedeutungsangabe wird’s einer*einem aber auch schlecht: ›Gärung, Fäulnis oder Krankheiten bewirkender pflanzlicher Mikroorganismus‹. Nun gut. Wen dieser Beitrag wohl gar nicht mehr erreicht, weil das RSS-Abo o. ä. noch auf salondufromage.blog läuft?

  1. Hier und hier. ↩︎

*putting OMA in AUSLAUFENDE DOMAIN*

Die Firma Word​press schreibt mir, und ich gebe es erinnerungshalber noch mal weiter: »Die Domain salondufromage.blog kostet 22,00 €, und läuft in 29 Tagen am 14. Juni 2026 aus. Dieser Preis beinhaltet keine anwendbaren Steuern, die je nach deiner Rechnungsadresse variieren. Wenn dieses Upgrade abläuft, wird deine Website nicht mehr unter ›salondufromage.blog‹ verfügbar sein.«

Den Satz »Dieser Preis beinhaltet keine anwendbaren Steuern, die je nach deiner Rechnungsadresse variieren« verstehe ich nicht und er ergibt imho auch gar keinen Sinn. Der Rest bedeutet im Klartext: Nach dem 15.6.2026 ist der Salon du Fromage nur noch über die URLs https://salondufromage.de und https://salondufromage.wordpress.com/ zu erreichen. Bei RSS-Readern möge es bis dahin heißen: URL upg’dat’d is’!

PS: Hehe, wenn man im Wort »Word​press« ein breitenloses Leerzeichen einfügt, dann erkennt der Bot darin nicht den Firmennamen des Bloganbieters und ändert mithin das »p« nicht zur Binnenmajuskel »P«.

Domain of Death, Quatsch: Is Gonna Be Dead

Liebe Leser*innen,

eine Ära geht zuende: »salondufromage.blog wurde erfolgreich gekündigt. Du kannst das Produkt noch bis zu seinem Ablaufdatum am 14. Juni 2026 nutzen.« Klartext: Nach dem 15.6.2026 ist der Salon du Fromage nur noch über die URLs https://salondufromage.de und https://salondufromage.wordpress.com/ zu erreichen. Bei RSS-Readern möge es bis dahin heißen: URL upg’dat’d is’!

Ehrlich gesagt, habe ich die von WordPress gehostete .blog-Adresse immer schon hässlich gefunden. Die .de-Adresse wird von einem anderen Hoster gehostet und gefällt mir besser. Eigentlich möchte ich für den Betrieb dieses Blogs überhaupt nix zahlen, bald zahle ich immerhin nur noch eine URL.

Slightly off-topic: Domain of Death ist der Titel einer CD der wahnsinnig groben Death-Metal-Band Mortician. Die hat mir mal einer gezeigt, und irgendwann während des ersten Lieds gesagt: »Der singt fei schon …« Man hört’s kaum raus, weil das Gegrowle so tief-guttural ist und sich vom Gedeathe der Instrumente nicht so sehr abhebt. Dann hat er noch erzählt, er habe die Scheibe in seiner Jugend mal auf voller Lautstärke laufen lassen, so dass seine Eltern mit schockierter Blässe in sein Zimmer gekommen wären und ihn ernsthaft erschüttert gefragt hätten: »Was haben wir dir denn getan?« Offenlegung: Das hat sich wirklich so zugetragen, das ist jetzt kein »Ich schieb’ jemand anderen vor, um nicht von mir sprechen zu müssen, im Sinne von ›Der Bekannte eines Bekannten‹«-Käse.

Also: salondufromage.blog is dead, long live salondufromage.de!

Herzliche Grüße
Andreas Maria Lugauer

So verwerfen Sie einen Skeet-Post auf Bluesky

Es sind die kleinen Details, die das genaue Hinschauen oft so erquicklich bzw. unerträglich machen. Mein all-time favourite ist die freundliche Bitte der Social-Media-App Friendly: »Helfe beim Übersetzen«. Da kommen Form und Inhalt füglich zur Deckung.

Neu im Repertoire: Möchte eins auf der Social-Media-Plattform Bluesky das Posten eines »Skeet« genannten Posts abbrechen, muss es zunächst auf »Abbrechen« drücken (vgl. Fig. 1). Im sich daraufhin öffnenden Fenster (vgl. Fig. 2) aber eben nicht abermals auf »Abbrechen« – das würde das Abbrechen abbrechen –, sondern auf »Verwerfen«.

Zum letzten Mal: HAZ

»Erinnerst Du Dich noch, dass ich mal ein HAZ-Probeabo abgeschlossen habe, um Papier für in den Biomüll unten rein zu haben? Das hat sehr gut funktioniert: Ich bekam 14 Tage die HAZ, die praktisch ungelesen in die Schublade für Biomülleimerpapier wanderte, und ansonsten behelligte mich die verantwortliche Madsack Gruppe nicht. Keine Werbung, kein gar nix. Nur 14 Tage HAZ. Das Abo endete wie versprochen automatisch.« (HAZ/NP) Das war Ende 2022.

Und erinnerst Du Dich noch, wie ich im Sommer 2024 geschrieben habe: »Als ich nun vor einiger Zeit mal wieder etwas online bestelle, bietet man mir wieder ein Dankeschöngeschenk an. Unter all dem Krempel entscheide ich mich abermals für ein 14-Tage-Probeabo […]. Doch diesmal soll es anders laufen: Keine einzige NP-Ausgabe kommt bei mir an. Nachhaken tu ich freilich nicht, wer weiß, was dann passiert.« (ebd.)

Und nun ist es schon wieder passiert! Ich habe im Nachgang irgend einer vermutlich mächtigen Online-Bestellung ein Probeabo der HAZ bestellt! Diesmal sogar mit 14-Tage-Onlinezugang! Den wollte ich, es stimmt wirklich, mal ausprobieren. Aber was passiert? Kriege ich, wie versprochen, nach spätestens drei Tagen Onlinezugang? Nein. Es passiert, wie beim letzten Mal, gar nix.

Doch diesmal lese ich die Bestätigungs-E-Mail. Und darin steht, ich hätte es nicht für möglich gehalten: »Im Rahmen des Bestellprozesses prüft der Anbieter, ob Sie für eine Probe berechtigt sind. Bitte beachten Sie, dass Sie im Fall einer Ablehnung nicht informiert werden.« Ich wiederhole: »Bitte beachten Sie, dass Sie im Fall einer Ablehnung nicht informiert werden.« (meine Hervorh.) Was ist denn das für ein Kundenservice? Täglich werden, keine Ahnung, Milliarden unnötiger und unnötigster E-Mails durch die Welt geschickt, gewiss nicht wenige von diesem Anbieter, aber für ein kurzes »Ey sorry, aber no.«, evtl. gar mit Begründung (»Jeder nur ein Probeabo, Freundchen!«), ist er sich zu fein?

Pah! Bei denen bestelle ich (wahrscheinlich) gewiss kein Probeabo mehr.

»Show Ad« [Schläfenrotor-Geste]

Gut, ein bisschen hakelig ist die Social-Media-App Friendly Sozialbrowser manchmal. Aber dafür sieht der Facebook-Feed bisweilen aus wie im obigen Screenshot. Denn es werden (im Idealfall) nur Posts von Freund*innen oder geliketen Seiten oder (haha, die folgende Wortverbindung meint gar nicht, was sie vorgibt zu meinen) beigetretenen Gruppen (aber verstehen tun’s alle hehe). So lässt sich’s aushalten im SM-Oldie!