Die Medien sollen sich bitte ein anderes Hauptinstrument zur Inhaltsvermittlung suchen als Sprache. Mit der können sie einfach nicht umgehen. Als hätte es die jahrelang zu »besorgten Bürgern« schöngeredeten Protofaschist*innen von Pegida bis AfD(-Wähler*innen) nie gegeben.
The Michael »Air« Jordan Variations (4)
Dass das Basketballfeld nicht von vier gleichlangen Seiten begrenzt wird, passte ihm nie: Michael »Square« Jordan
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Verbesserte gerne die Orthographie seiner Mitspieler: Michael »thei(y)r(’re)« Jordan
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Bei BDSM-Spielchen ist er Sub: Michael »Chair« Jordan
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Kannte seinen Warenwert (vom Transfermarkt): Michael »Ware« Jordan
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Musik-Umfrage
Welche Band magst du lieber?
a) Nockalm Death
b) Napalm Quintett
The Michael »Air« Jordan Variations (3)
Will eins den Ticketpreis einer Busverbindung wissen, fragt’s am besten Michael »Fare« Jordan
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Spricht fließend Kambodschanisch: Michael »Khmer« Jordan
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Mit 1,93 m war Helmut »Birne« Kohl nur fünf Zentimeter kleiner als Michael »Pear« Jordan
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Weil er so groß war, fielen auch seine Quadratlatschen besonders auf: Michael »Square« Jordan
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Nürnberg: OB-Stichwahl

OB-Stichwahl in Nürnberg: Thorsten Brehm (SPD, links), der Amstinhaber Ulrich Maly (SPD) nachfolgen möchte, tritt gegen Marcus König (CSU, rechtsaußen rechts) an. Die Nürnberger Nachrichten fragen per Kommentar: »Wem trauen die Wähler mehr Führungskraft zu?« Sie fragen rhetorisch, denn die Bildauswahl zeigt mit Königs Macher-Geste und Brehms ehrfürchtig-staundendem Auszubildenden-Blick, wem die NN mehr Führungskraft zutrauen und die Wähler*innen zutrauen sollen.
Rezension: Coca-Cola plus Coffee
Eine Freundin überließ mir kürzlich diese unvertraut designte Cola-Dose:
»Bez cukru« heißt »ohne Zucker«
Die Dose stamme aus Tschechien, wo dieses Produkt gerade auf dem Markt erprobt werde, eine wiederum Freundin habe sie ihr von dort mitgebracht. Es sei Cola mit Kaffee, aber sie trinke keine Cola.
Ich schon! Wenngleich nur selten und wenn, dann zu Fast Food und Anverwandtem. Nun habe ich dieses Produkt mit hierzulande noch nichtmal Erlkönigstatus probiert (dazu müsste es ja in grellem Tarn-Design über die Autobahnen geschickt werden).
Warum? Es ist emphatischer oder vielmehr mittlerer Nachmittag und ich habe, weil wichtige Denk- bzw. Schreibaufgaben anstehen, das Bedürfnis nach Koffein. Nun befindet sich aber das metallene Aufsatz- und Gittergepränge des Gasherds dummerweise in der Spülmaschine und so kann ich mir keinen Espresso brühen.
Im Glas – jede Getränkerezension bedarf der Transparenz des Glases – nimmt sich die Kaffeecola mit ihrem festen Schaumdach aus wie colafarbenes, d.h. dunkleres Karamalz. »Karamalz« ist denn auch mein erster Geschmackseindruck. Ein Getränk mithin, das ich als Kind verabscheute. Waren wir, was wohl drei-, viermal im Jahr vorkam, bei einer bestimmten der Urgroßmütter zu Besuch, gab es entweder Karamalz oder Mineralwasser der Sprudelstufe »Classic«. Ich trank dann: nichts. Karamalz empfand ich, Kindergartenkind, als viel zu bitter und außerdem als Frechheit von Urgroßmutter, zarten Mündern einstelligen Alters so etwas anzubieten. Das Mineralwasser war eines der gesalzenen Sorte, die nach Alteisen- und Schrottplatzabwasser schmeckt, und der für Kindergartengaumen irrsinnig hohe Kohlensäuregehalt war wohl in der Lage, bombenfest sitzende Milchzähne aus dem Zahnfleisch herauszusprengensprudeln.
Letztes Jahr fiel mir diese abscheuliche Getränkeauswahl wieder bei, und weil ich seit diesen Besuchen nie wieder ein Glas Karamalz zum Munde führte, kaufte ich nächstens im Supermarkt welches. Besonders gut schmeckte es mir nicht, aber auch nicht besonders schlecht. Was das Ganze soll, fragte ich mich freilich einmal mehr. Gegen die Kaffeecola spricht sein Geschmack heutzutage aber nicht mehr. Und diese schmeckt bei weitem nicht nur nach Karamalz. Vielmehr mutet sie an wie eine Mischung aus Coca-Cola, Karamalz und Fertigkaffeegetränken ausm Kühlregal. Aber keine bloß lieblos, amateurhaft gleichwie in der Küche zusammengeschüttete Mischung dieser drei Getränke, sondern eine mit allen Wassern der Lebensmitteltechnologie angerührte. 6,8/10
Und was nicht alles drin ist in diesem Getränk: praktisch nichts. Ausweislich der Nährwerttabelle jedenfalls. Pro 330 ml, d.h. je Dose enthält »Coca-Cola Plus Coffee« 17 kJ/3 kcal (≙ 0% des Tagesbedarfs) und 0,07 g Salz (≙ immerhin 1% des Tagesbedarfs). Auf Fett (tuky) bzw. gesättigte Fettsäuren (nasycené mastné kyseliny), Kohlenhydrate (sacharidy) respektive Zucker (cukry) oder Eiweiß (bílkoviny) hingegen freuen wir uns vergeblich: je 0 g (≙ 0% des Tagesbedarfs).
Dafür wartet eine Dose Kaffee-Cola mit 52,8 mg Koffein (16 g/100 ml) auf, uns wachzumachen. Damit liegt der Koffeingehalt etwa in der Mitte zwischen einer 150-ml-Tasse Filterkaffee (82,5 mg) und einem Espresso (33,25 mg). Erstaunlich: The Coca-Cola Company synthetisierte in die Extra-Koffein-Cola nur das 1,6fache an Koffein einer gewöhnlichen Dose Coca-Cola (33 mg). Meinem zarten Dafürhalten nach verspricht eine extra Coca-Cola Plus Coffee benamste Cola schon ein wenig mehr. Abwarten, wie sich die Verbraucher*innen dazu verhalten werden!
The Michael »Air« Jordan Variations (2)
Dribbelte am liebsten nackt: Michael »Bare« Jordan
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Fragte ständig Leute, ob sie an ein Leben nach der Liebe glaubten: Michael »Cher« Jordan
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Warnte zuverlässig vor fallenden Aktienkursen: Michael »Bear« Jordan
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Wohnte zu anfangs seiner Karriere in einem Erdloch: Michael »Lair« Jordan
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Hafner-Drink
Hafner-Drink ist eine Form der Menschenmilch aus Hafnern, d.h. Töpfern oder Ofenbauern. Wie sie hergestellt wird? So: Wir vermengen als erstes den Töpfer/Ofenbauer mit Wasser und weichen ihn dann entweder für mehrere Stunden ein oder kochen ihn. (Zuhause können wir, wenn kein entsprechend großes Industriegefäß vorhanden ist, auch Töpfer- oder Ofenbauer-Flocken verwenden.) Die entstandene Masse pürieren wir nun so lange, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht. Schließlich filtern wir die verbliebenen festen Töpfer-/Ofenbauer-Bestandteile heraus, zum Beispiel mit einem Seihtuch. Die im Filter verbleibenden Rückstände können wir, ähnlich dem Trester beim Pressen von Früchten, nach Bedarf oder Sparnotwendigkeit ebenfalls verzehren. Guten Durscht! Pro-Tipp: Gesundheitsbewusste Genießer*innen zaubern sich mit Hafner-Drink beispielsweise Hafner-Porridge aus Töpfer- oder Ofenbauer-Flocken. Darin kommt wieder zusammen, was zusammengehört, und man hat dann ein echt super ausgewogenes Frühstück. GuMo und guten Appo!
»wogegen«

»Frauen sehen heute immer zehn Jahre jünger aus, als sie sind, wogegen Männer zehn Jahre älter sind, als sie aussehen« – d.h. vice versa, dass Männer zehn Jahre jünger aussehen, als sie sind, und Frauen zehn Jahre älter sind, als sie aussehen – wogegen weswegen der Sinn der einen Gegensatz ausdrückenden Subjunktion »wogegen« zusammenraucht oder vielmehr auseinanderstäubt zu nichts. Ja ja, Sprache – beherrschte eins sie, es könnte zum Beispiel Journalist*in werden, oder sollte sogar.
(Die ambiguische und womöglich gesuchte, wo nicht angezielte Subjunktion wäre gewesen »während«, welche sowohl Gleichzeitigkeit als auch Gegensätzlichkeit ausdrückt, beides in dem Falle uneigentlich.)
The Michael »Air« Jordan Variations (1)
Der Basketballer mit dem redlichsten Spielverhalten war Michael »Fair« Jordan
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Seine Mitbasketballer mochten ihn nicht, weil er ständig mit seinem Erbe prahlte: Michael »Heir« Jordan
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Auf Messen wurden die Chicago Bulls meist von Michael »Fair« Jordan repräsentiert
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Warb stets für sozialdemokratische Werte englischen Zuschnitts: Michael »Blair« Jordan
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