Dafür mach ich’s!

»Huch!«, dachte ich vergangenen Freitag beim Zappen durch die frei empfangbaren DVB-T2-Sender¹, »da läuft ja Fabian oder der [sic laut DVD-Hülle, hahaha] Gang vor die Hunde schon im Fernseh!« Falsch erinnert hatte – daher die Verwunderung –, dass der Film erst letzten August in den Kinos gelaufen war statt vorletzten. Und mein Verriss in der Prawda konkret mithin vorletzten August erschienen war statt letzten. Jedenfalls bebte die Fernsehausstrahlung im Salon du Fromage nach, indem in geboten kurzem Abstand die auch hier veröffentlichte Kritik aufgerufen wurde. Dafür mach ich’s!

Und Annette Dittert hat wohl auch wieder was gemacht bzw. was Außergewöhnliches angehabt, weil Leute haufenweise bei Google »annette dittert kleidung« eingeben und hier landen. Dafür mach ich’s!

¹ Dass man für die Privatsender bei DVB-T2 monatlich blechen soll, um dann immer noch Monsterwerbeblöcke ertragen zu müssen, finde ich, nicht zuletzt in Zeiten all der Streamingplattformen, einen der größten Quätsche/Quatschs (?) aller Zeiten. Auch wenn ich Werbung nicht so unerträglich fände, wie ich es tue, käme ich nie auf die Idee, ein solches Abonnement abzuschließen.

Kinderlieder (2)

Und jetzt stellen wir uns mal vor, im obigen Text stünde nicht »Jäger, Jäger«, sondern »Jäger-Jäger«. Beim Singen würde kein Mensch merken, dass es nicht um einen doppelt genannten Jäger geht, sondern um einen Jäger, der Jäger jagt. Bzw. um einen Bäcker, der Bäcker bäckt, oder einen Maler, der Maler malt, oder einen Seemann, der einen Seemann seemannt (?).

Zahl des Tages

870*

* Der persönliche Tagesrekord an verkauften Waffeln des diensthabenden Waffelstandkassiers im Zoo Hannover. Am heutigen Karfreitag war bei schönstem Sonnenschein sehr viel los, also frugen die beiden Herren in der Schlange vor mir die Waffelzubereiterin, wie viele sie wohl an so einem Tage produziere. Ihre Schätzung war 500. Meine war ehrlich gesagt vierstellig gewesen. Gut, dass ich in den Small Talk nicht eingestiegen war. Und ob in diesen gottlosen Zeiten noch überhaupt irgendwer zur neunten Stunde (= 15 Uhr) zur Karfreitagsliturgie ging? Also ich nicht.

Kinderlieder (1)

Womit man Leute in den Wahnsinn treiben kann: Beim Singen von Liedern die Wiederholungspunkte ignorieren. Beim obigen Beispiel also einfach singen: »Alle meine Entchen / schwimmen auf dem See, / Köpfchen in das Wasser, / Schwänzchen in die Höh.«

Das funktioniert freilich auch bei Liedern, bei denen Teile wiederholt werden, die ohne Wiederholungspunkte doppelt notiert sind. Einfach mal singen: »Frère Jacques, dormez-vous? Sonnez les matines, ding ding dong.«

Probiert’s aus und schreibt mir eure Erfahrungsberichte in die Kommentare!

Ein Medikament namens Quimbo. Sie werden kaum ertragen, wo Sie geholfen werden¹

Na, wusstet ihr’s: Erfunden Erdichtet hat den Medikamentennamen Quimbo übrigens die beliebte Bim-Bam-Bino-Moderatorin Gundis Zambo.

Aber im Ernst: Wenn ihr nur den Namen Quimbo genannt bekämet, vielleicht noch die Zusatzinfo, es handle sich um einen Sirup, könntet ihr erraten, wogegen diese Medizin helfen soll? Schreibt mir eure quicksten guesses in die Kommentare!

¹ Obacht: Die Überschrift ist eine Kofferanspielung auf Max Goldts Ein Buch namens Zimbo. Sie werden kaum ertragen, was Ihnen mitgeteilt wird (2009) und Verona Pooths (geb. Feldbusch) 11880-Werbespruch »Da werden Sie geholfen!«

Scheißgeschichte

Empfindliche Gemüter mögen jetzt mal Weglesen. Heute musste ich, es ließ sich nicht anders einrichten, auf Arbeit ein großes Geschäft verrichten. Obwohl momentan so gut wie nichts los ist im Haus, kamen währenddessen zwei (!) Leute in die Toilette. Was bei dem Klöchen mit einem Pissoir und einer Kabine nebst offenem Waschbecken-›Vorraum‹ durchaus nicht nicht unangenehm ist. Jedenfalls kam die erste Person rein und wusch sich erst mal die Hände. Noch während sie sich wohl zum Urinal bewegte, rumpelte schon jemand zweites herein und wusch sich ebenfalls sogleich die Hände. Als die erste Person ihr kleines Geschäft am Pinkelbecken erledigt hatte – Dicke-Luft-Linie vielleicht 40 cm von mir entfernt – schloss sie wohl den Hosenstall und … verließ sogleich die Örtlichkeit. Der Schweinshammel hatte sich zwar vor dem Pieseln die Hände gewaschen, aber nicht danach. Boy, now that’s the meaning of egocentricity!

Gut, dass ich nicht gesehen habe, wer das war.

Schlecht, dass ich nicht gesehen habe, wer das war.

Der lustige Traum

Heute Nacht habe ich mal wieder eine Art Witz geträumt: Von einer Black-Metal-Band, deren naturgemäß unverständlich gekreischte Texte nicht zunftgemäß aus satanischen Botschaften bestanden, sondern aus – den E-Mail-Adressen der Bandmitglieder. Unbewusst finde ich offenbar, E-Mail-Adressen werden per se unverständlich vorgetragen? Im Traum fand ich den Kreischeinfall sehr lustig. Jedenfalls wälzte mein Unbewusstes den Witz noch aus. Nach dem Auftritt der Band fand eine Interviewrunde mit einigen Journalist*innen statt. Seltsamerweise in einer Art Kinder- und Jugendbücherei mit einem Stuhlkreis aus diesen unkaputtbaren, großzügig kantenabgerundeten, glänzend lasierten, relativ schweren Vollholzstühlen. Auf jede einzelne Frage antwortete das je gefragte, freilich im vollen Leder-und-Nieten-und-Nägel-Ornat und mit Corpsepaint bemalt dasitzende und sich genregemäß böse und misanthropisch gebende Bandmitglied, hahaha!: »Schreim Sie mir mal ne E-Mail! … 😂« Am Ende des Gesprächs, der Witz war nun schon etwas durch und dann doch etwas in den Hintergrund geraten, antwortete der letzte Gefragte: »Schreim Sie mir mal ne E-Mail!«, und schob auf das Losprusten der anderen hin nach: »Sorry, den musste ich jetzt bringen.«

Nach dem Aufwachen freute ich mich, im Traum so viel Spaß gehabt zu haben. Und jetzt bei der Niederschrift fiel mir auf, von welchem Lebensrest die Antwort stammt: Kommen Studierende nach Seminarsitzungen zu mir und haben noch was zu fragen bzw. ein Anliegen, um das ich mich kümmern muss, antworte ich in gewiss 90 % der Fälle: »Schreim Sie mir bitte noch mal ne E-Mail!«