
Heinz Strunk – Multitalent der höheren Komik und neben Max Goldt der zweite große Schriftsteller, der allmonatlich im endgültigen Satiremagazin TITANIC vertreten ist – fragt Weiterlesen

Heinz Strunk – Multitalent der höheren Komik und neben Max Goldt der zweite große Schriftsteller, der allmonatlich im endgültigen Satiremagazin TITANIC vertreten ist – fragt Weiterlesen
Aus den vermischten Meldungen: Weiterlesen
Alma: «Du, hast du schon gehört? Die Ulla und die Wiebke sind schwanger!»
Maria: «Echt?! Neiin!, das giiibt’s ja nich – Sophie und Martina auch!»
Alma: «Neiin – eeecht?! Ja Wahnsinn! Das scheint ja ansteckend zu sein!»
Maria: «Ja, so sieht’s aus! Wär‘ aber auch kein Wunder – Weiterlesen
Der junge Mike Oldfield hatte gerade sein Debütalbum fertig eingespielt (er konnte nicht ahnen, daß Weiterlesen

«An dieser Stelle wurde der Fischbach […] aus dem 14. Jahrhundert in die Stadt geleitet.»
Und als er erst mal drin war im 15., Weiterlesen
Liebe Leserin, lieber Leser,
im kommenden Frühjahr wird der Salon du Fromage um einen Außenbereich erweitert, denn wir planen gerade: den Briegarten!
Bei gutem Wetter können Sie dann draußen Platz nehmen und sich an täglich wechselnden internationalen Gerichten (Wortspiele, puns, calembours, woordspeling, jogos de palavras) regalieren.
Mehr dazu demnächst auf:
salondufromage.wordpress.com
Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Weihnachtsmorgens verhaftet. Als Jürgen K. noch am selben Tag davon erfahren hatte, war er sehr bedrückt deswegen, aber sie hatten ihn einfach zu sehr und zu geschickt bedrängt, als daß er ihnen hätte ausweichen und Josef K. hätte schützen können. Jürgen wußte nicht, Weiterlesen
»Sehr geehrter Herr Dr. Dr. Rainer Erlinger,
für Ihre spannende Rubrik ›Die Gewissensfrage‹ im Süddeutsche Zeitung Magazin möchte ich gerne zwei Fragen einreichen, die sich mir aus dem folgenden kniffligen Sachverhalt ergaben: Neulich, auf einem Spaziergang über die Fluren unseres schönen Bayernlandes, stolperte ich unversehens in eine mißliche Lage. Ich stand plötzlich Weiterlesen
Der 30. November ist im christlichen Kalender der Namenstag des Heiligen Andreas. Was, neben dieser Tatsache, viele nicht wissen: Die x-förmigen Andreaskreuze, die an Bahnübergängen stehen, gehen auf ebendiesen Hl. Andreas zurück. Denn der Hl. Andreas wurde, wie es in jenen christophoben Zeiten nicht unüblich war, gekreuzigt, aber nicht an einem großen kleingeschriebenen t wie z.B. Jesus oder Brian, sondern an einem großen x.
Das Vergehen, aufgrund dessen er gekreuzigt wurde: Er warf sich vor einen Zug, in welchem Weiterlesen
Das war’s, er hat genug, er erteilt ihnen Hausverbot, er betreibt schließlich kein Bierzelt. Er weiß nur noch nicht, wann und wie er es ihnen mitteilen soll. Am besten, wenn sie das nächste Mal anrufen, um zu reservieren. Freilich, gute Kunden hat er an ihnen gehabt, das kann er nicht leugnen. Sie langten stets ordentlich hin und waren beim Trinkgeld nie knauserig (und kein einziges Mal beglichen sie die Rechnung gemeinsam, immer zahlte jeder der Sechs für sich selbst, was fast das Doppelte an Trinkgeld bedeutete). Mit ihrem ausgeprägten Frohsinnsnaturell rheinischer Art und überdies mit ihrer merklichen Alkoholisierung nach den Bandproben fremdelte er, dessen Eltern aus China nach Deutschland immigriert waren, zwar allweil etwas, aber ihm ist bewußt, daß er sich darüber nun nicht zu beschweren braucht, wenn er ein Restaurant in Köln eröffnet.
Sollte das Hausverbot publik werden, weil es sich ja um Prominente handelt, und er deswegen schlechte Presse erhalten, so will er dies hinnehmen. Sollte er daraufhin den Zorn von Autochthonen auf sich ziehen, die ihn dann mit anonymen, schlecht leserlichen Briefen in seltsamer Privatorthographie auffordern würden, er, das »Scheißschlitzauge«, solle doch »wieder heimgehen« zu seinen »reisfressenden Brüdern und Schwestern«, von wo er hergekommen sei, so will er auch das ertragen – es wäre schließlich nicht das erste Mal. An einen von diesen Leuten erinnert er sich besonders gut: Denn dieser hatte sich nicht entblödet, ein Kuvert zu verwenden, auf dessen Rückseite die Absenderadresse aufgestempelt war. Dieser Drohbrief belustigte ihn damals mehr, denn daß er ihn als bedrohlich empfunden hätte, und so machte er sich einen Spaß, übersetzte ihn vollständig ins Mandarin, stempelte auf die Rück- und Vorderseite des Kuverts seine Adresse und warf den Brief beim Absender des Drohbriefs in den Briefkasten. Als er einen Tag später in seinem Briefkasten eine große Menge Kots undefinierbarer Abkunft fand, zeigte er den Haßbriefschreiber an. Was ihm denn einfiele, einfach bei wildfremden Menschen Briefe einzuschmeißen, die kein Mensch verstehen könne und womöglich Beleidigungen oder Drohungen enthielten, blafften ihn die Kommissarin und der Kommissar einander ins Wort fallend an – er brauche sich nicht zu wundern, wenn er selbst angezeigt werde, drückte sie ihre Zigarette im Aschenbecher aus, um sich dann die tigrig gescheckten Haare, deren brauner Ansatz mal wieder übertüncht gehörte, erneut streng zum Zopf zu flechten. Und daß der Drohbrief, den er angeblich selbst erhalten habe, wirklich von dem Beschuldigten stamme, sei ja wohl keineswegs gewiß – wer stempele schon auf das Kuvert eines Drohbriefs seine Adresse drauf? Und was den Kot anbelange, da müsse nicht zwangsläufig ein Zusammenhang herbeikonstruiert werden, das sei in Deutschland eben ein beliebter Kinderscherz. Selbstverständlich wolle ihm niemand unterstellen, er habe den Drohbrief, den er anzeigen wolle und der verdächtigerweise in Maschinenschrift verfaßt sei, selbst erstellt und bei sich eingeworfen, um den Beschuldigten zu verleumden, aber es könne sich durchaus auch um eine Fälschung von jemand anderem handeln. Der Beschuldigte sei schließlich Reporter beim Stadtanzeiger, worauf die zahlreichen Rechtschreibfehler des Drohbriefs ja wohl nicht schließen ließen. Es sei wohl für alle das Einfachste und Beste, wenn er die Sache auf sich bewenden ließe. »Lassen, lassen, lassen – was man sich nicht noch alles bieten lassen muß! Das ist arso die deutsche Porizei, mein Fleund und Herfel!«, schnauzte er die beiden an und verließ die Wache. Das ›l‹ und das ›r‹ vertauschte er im letzten Satz absichtlich.
All solche Dinge, die auf das Hausverbot folgen könnten, erachtet er jedoch als geringere Übel im Vergleich zu den Unannehmlichkeiten, die sie ihm jedes Mal bereiten. Eine mögliche Aufregung wird sich schon wieder legen. Daß keine Gäste mehr kommen, fürchtet er nicht; er weiß um die Stammgäste, die nicht kommen, wenn sie wissen, daß sie kommen. Und er hat sich nun mal zum Hausverbot entschlossen, denn was zuviel ist, ist zuviel: Jedes Mal, wenn er sie, wie er dies bei jeder Bestellung zu tun pflegt, fragte, ob er ihnen als Vorspeise die Suppe mit den Teigtaschen servieren dürfe, stiegen sie auf ihre Stühle, begannen zu johlen und im 2/4-Takt zu klatschen und gröhlten wie aus einem Munde: »WENN NICHT JETZT, WAN TAN? WENN NICHT HIER, SAG MIR WO UND WANN!«