Stopp die Maschinen, Ritter Sport!

Denn auf der Verpackung Deiner Schokoladensorte ‹Honig-Salz-Mandel› beschreibst Du deren Inhalt unter grober Mißachtung der Grammatik folgendermaßen: «mit Honig und Salz verfeinerten, gerösteten Mandeln».

Gewiß, das fehlende zweite «mit» wurde Dir im Textverarbeitungsprogramm rot unterkringelt und sähe natürlich auch blöd aus – also raus damit, sagen Deine Reklamedesigner! Aber weißt Du denn nicht, was Du uns damit antust? Uns Synästhetikern, die wir Grammatik schmecken und riechen können? Dann paß auf: Wenn jemand derartige grammatische Scheiße baut wie Du und diese noch dazu auf eine Schokoladenverpackung setzt, dann wird’s für uns zum Speien widerlich!
Bei uns ißt das Auge mit: Salon du Fromage

Hym(n)en

Vor langer Zeit hatte ich an der Uni ein Referat über die Hymnen Goethes zu halten (‹Prometheus› etc.).
Als kleinen Witz hätte ich dabei gerne «Goethes Hymen» als Überschrift aufs Handout gedruckt (Hymen ist griechisch für Jungfernhäutchen). Aber das traute ich mich dann nicht; auch wenn Goethe hinsichtlich Hymen bzw. Defloration kein unbeschriebenes Blatt gewesen sein dürfte und es insofern sogar eine gewisse Berechtigung gehabt hätte, zumal das Seminar sich ausschließlich mit dem Werk des jungen Goethe beschäftigte. Bis heute ärgere ich mich darüber, diesen Witz ausgelassen zu haben.
Nicht schlecht staunte ich nun, wie der Lyriker Stefan George dieses Problem 1922 bei seinem Gedichtband ‹Hymnen – Pilgerfahrten – Algabal› gelöst hatte. Der alte Hammel.

Salon du sperme

Folgende Szene stelle man sich bitte als Cartoon vor:

Eine Samenbankmitarbeiterin steht an der Rezeptionstheke ratlos vor drei kleinen Plastikbecherchen. Sie ruft einen der Spender, die noch auf ihre finanzielle Aufwands- bzw. Abspritzentschädigung warten, zu sich und fragt ihn: «Entschuldigung, welches war gleich nochmal Ihres? Ich hab leider so ein schlechtes Samengedächtnis…»