Sonntag, 2. Advent, 10.30 Uhr

»Ich gehe jetzt Bier trinken.

Meine Spezln, die Sauhund’, sind noch in der Kirche, aber wegen der Weihnachtsfeier gestern – ja Menschenskind, ham mir uns in der Boar die Rüscherln neipfiffn, ja do legst di nieder, Bluatsakrament! Dawei ham wir am Amfang, noch bevor d’ Wirtin ’s Weihnachtsschweinerne hergstellt hat, scho ein jeder vier Weißbier dringhabt – also wegen dieser Weihnachtsfeier – ›Wehrmachtsfeier‹, wie der Girgl im Spaß allweil sagt, ‚haha! –, wegen dieser Weihnachtsfeier, die wie jedes Jahr sehr schön war, konnt’ ich da ums verrecken nicht aufstehn für die Kirchn, und jetz geh ich eimfach gleich zum Frühschoppen. Aber einmal geht das schon, wie’s bei uns gern heißt, mords einen Brand hab ich eh zum löschen. Außerdem ham wir uns ja gestern zur Weihnachtsfeier auch praktisch ad majorem Dei gloriam getroffen, zur größeren Ehre Gottes also, nicht wahr. Das kann man schon einmal als quasi vorgezogenen Gottesdienst betrachten, nicht wahr, schließlich hat’s auch Weihnachtsgebäck und einen Christbaum gegeben und die Grundschüler ham gesungen, und einen Weihnachtspunsch hat’s auch geben, aber von dem trinkst am besten bloß eine Tass’, weilst sonst a so Sodbrennen kriegst. Naa naa, der Herrgott hat, glaub ich, schon ein Verständnis dafür, daß wir auf ihn mit einem Weißbier anstoßen bzw. mit sechzehn. Die eine Tass Wehrmachts-…, zefix, jetz fang ich auch schon damit an, die eine Tass’ Weihnachtspunsch ist aber auch gar nicht verkehrt, weil dazu kann man dann auch ein paar Platzerl essen, weil des süße Zeug paßt ja zum Weißbier eimfach nicht dazu, weil es sich geschmacklich eimfach beißt. Aber jetz halten S’ mich nicht länger auf, weil ich einen solchernen Brand hab, und wenn ich jetzt nicht gleich meine Konterhalbe krieg, dann konst an Sanka ruaffn, weil ich’s dann nimmer daback. Oiso, schöna Sonntag Ihnen, gell!«

Reklame

Kann der Kapitalismus denn nicht endlich mal zusammenbrechen? Seine Reklamedesigner/innen wissen ja schon gar nicht mehr, was sie noch alles auf seine Produkte schreiben sollen. Auf o.b.-Tampon-Packungen beispielsweise prangen schon die Hinweise «Mit Dynamic Fit™ Technologie – für ultimativen Komfort» und «3D Entfaltung». (Keine Pointe.)

Sankt Bahnübergang

Angesichts des heutigen Andreastages hier ein
Repost eines Beitrags von vor einem Jahr:

Der 30. November ist im christlichen Kalender der Namenstag des Heiligen Andreas. Was, neben dieser Tatsache, viele nicht wissen: Die x-förmigen Andreaskreuze, die an Bahnübergängen stehen, gehen auf ebendiesen Hl. Andreas zurück. Denn der Hl. Andreas wurde, wie es in jenen christophoben Zeiten nicht unüblich war, gekreuzigt, aber nicht an einem großen kleingeschriebenen t wie z.B. Jesus oder Brian, sondern an einem großen x.

Das Vergehen, aufgrund dessen er gekreuzigt wurde: Weiterlesen

Bloch-Kurs

Ein Freund gibt Philosophie-Kurse für Laien, Gegenstand ist meist ein/e Philosoph/in zu einem bestimmten Thema. Diesmal macht er einen Bloch-Kurs. Für die Interessierten: Er behandelt unter anderem die Bloch-Bücher Erbsen dieser Zeit (1953), Tübinger Klöse in die Philosophie (1963), Mahlzeit und Ordnung (1947) sowie Experimentum Mundi. Frage, Kategorien des Herunterwürgens, Anorexis (1975), und damit ein schönes Potpourri des gediegenen Blochens.


Der Briegarten – was ist das überhaupt?

Briegarten (7)

Uraltschall, der Schall von vorvorgestern

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[Triggerwarnung religiöse Gefühle] Okkultes Blut im Beichtstuhl

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ConsTRACKt – Wir bauen Rennstrecken mit allen Schikanen

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Die Lieblingsnäscherei von Prinzipienethiker/innen ist die Prinzipienrolle.

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Das Bidet ist gut, doch die Welt nicht mehr bereit
(Tocotronic, ‹Digital ist besser›, 1995)


Der Briegarten – was ist das überhaupt?

Nicht gekennzeichnete Raucherbereiche

Für unsere neuen Gäste (Danke an Torsten Gaitzsch, c/o Kybersetzung!) gibt’s heute einen Repost aus den Anfangstagen dieses Blogs:

 

Wo sind an den Bahnsteigen der deutschen Bahnhöfe eigentlich die nicht gekennzeichneten Raucherbereiche? Und warum darf man in diesen nicht rauchen?

»Wie kommst’n da drauf, daß es sowas an Bahnsteigen gibt?«

Na, weil Weiterlesen