Duschgel World

Die Wochenzeitung »Jungle World« ging bekanntlich aus einem politischen Streik eines Großteils der Redaktion der Tageszeitung »junge Welt« hervor, ihr Name ist unverkennbar an diese angelehnt. Ihre allwöchentliche Magazinbeilage treibt die Verdschunglung der »jungen« weiter und heißt bekanntermaßen »Dschungel«.

Wenn es nun einmal dazu kommen sollte, dass bei der »Jungle World« gestreikt wird und daraus eine neue Zeitung hervorght, so schlage ich als Namen für die Magazinbeilage dieser neuen Zeitung vor: »Duschgel«. De rien!

Topaktueller Postkartenständer

Warum topaktuell? Im Januar klagte ein 25jähriger Jurastudent, weil er sich von Frauenparkplätzen, die auf einem öffentlichen Parkplatz in der oberbayerischen Stadt Eichstätt ausgewiesen waren, diskriminiert (!) fühlte. Er bekam teilweise recht, das Gericht schlug vor, die Parkplatzbeschilderung dergestalt zu ändern, dass ersichtlich werde, es handle sich bei der Reservierung für Frauen nur um eine Empfehlung.

Notabene: Die schiere Existenz dieser sexistischen Kackkarte zeigt den Stand der Gleichstellung von Frau und Mann schon mit dem hervortretenden hässlichen Putz unter der bemalten Fassade an.

Keine halben Sachen, bitte!

Leute, die ihr bei manuellen U-Bahntüren nur eine der beiden Türhälften öffnet – eure Strafe im Fegefeuer sei eine ewige U-Bahnfahrt, ohne Ausstieg, ohne Endstation, es möge dabei immer morgendlicher Werktagsverkehr herrschen, alle Sitzplätze sollen belegt sein, die Stehplätze auch und euer Kopf möge angeschmiegt werden von Schultern, Oberarme sollen euch einklemmen links und rechts und vorne und hinten, Hutkrempen mögen in einer Tour euer Gesicht streicheln und Pelzkrägen ebenso, Hunde eure Hände ablecken, sämtliche Handschlaufen mögen vollgeniest sein mit gelbem und grünem und meinetwegen auch weißlichem Lungenauswurf, Heuschrecken sollen durchs Abteil schwärmen, Frösche eure Hosenbeine hochschleimen, Mücken und Fliegen in eurem nassgeschwitzten Kragen sitzen, Stroh soll herumliegen und ihr euch fragen warum, an jeder Haltestelle mögen Abgase ins Abteil schwallen (und zwar durch vollständig geöffnete Türen!), der Schaffner möge fortwährend unverständliche Durchsagen machen, die verstanden zu haben ihr bestätigen müsst, nach jeder Station sollt ihr kontrolliert und wegen Schwarzfahrens zur Strafkasse geschickt werden, Harn- und Stuhldrang möge euch plagen bis kurz vorm Zerreißen und jede Haltstelle soll aus nichts als Toiletten bestehen (dumm nur, dass ihr ja nie aussteigen könnt), in Erbrochenem von Wochenendnachtfahrgästen sollt ihr stehen bis zu den Knöcheln, der Schweiß soll nicht nur die Fenster beschlagen, sondern auch von der Decke tropfen, der U-Bahnfahrer soll in die U-Bahnhöfe bremsruckeln, dass es euch fast auskommt, der Fahrgast neben euch möge Elektro hören, als sei Samstagnacht im Club, in den Kreißsaal sollt ihr dringend müssen und auf eine Beerdigung, zu einer Prüfung wie zur Konkursverhinderung eurer Firma, der Blinddarm möge euch plagen in der Größe vom Schoße bis zum Halse, die rettenden Insulinspritzen für eure Diabetes mögen in den U-Bahnhöfen bereitstehen (dumm nur, dass ihr ja nicht aussteigen könnt), euer Vater möge euch vom vorderen Abteilende aus beäugen und eure Mutter vom hinteren, die Lampen sollen flackern und [Fragment]

Al Bano & Romina Power

Als Kind dachte ich immer, Al Bano, Romina Powers Komplement des Duos Al Bano & Romina Power, hieße Al Bano Power. Schließlich waren die beiden nicht nur ein Bühnen-, sondern auch ein Ehepaar (1970–1999!), und Al Bano klingt ja auch so vornamig. Irgendwann bekam ich spitz, dass er nicht Power mit Nachnamen heißt, und ich nahm hin, dass er wohl »Bano« benachnamst ist und Al wahrscheinlich eine Abkürzung von Alfredo oder so was.

Wie ich allerdings gerade auf Wikipedia sehe, ist die Annahme der Vornamigkeit keineswegs verkehrt, denn ‹in echt›, d.h. mit bürgerlichem Namen heißt er: Albano Carrisi. Nunja, das ist imho jetzt gar nicht so erstaunlich.

Erstaunlich hingegen ist, was Wikipedia darüber hinaus parat hält: Entgegen der Annahme, auf die ich zwanzig Kästen Bier gewettet hätte, ist Romina Power ~kein~ Künstlerinnenname! Sie ist in Tat und Wahrheit italienisch-US-amerikanischer Herkunft und geboren als Romina Francesca Power, Tochter von – hold on to your seats! – ~Tyrone~ Power und Linda Christian.

Wie ferner zu erfahren ist, verschenkte TyROnE Power jedoch leichtfertig die Chance, seinen Sohn Max Power o.ä. zu nennen. Stattdessen heißt der Junior schlicht Tyrone jr.
Schade!

Auch super: Tyrone Powers erste Ehefrau, die französische Schauspielerin Annabella, brachte eine Tochter mit in die Ehe, die Tyrone nach der Heirat adoptierte. Diese Tochter, fortan Anna Power heißend, heiratete den österreichischen Schauspieler Oskar Werner und hieß fortan – kein Witz – Anna Power Werner!

Anna Power Werner und Oskar Werner hatten allem Anschein nach keine Kinder. Auch das ist sehr schade! Denn der Nachname Power Werner, was der für Gesamtnamen ermöglicht hätte! Z.B. Werner Power Werner etc. tbh

Fitnessftudio

8.45 Uhr. Ich gehe jetzt Bier trinken.

Quatsch: Ich gehe jetzt ins Fitneßßftudio.

Aber nicht ohne #Geschäftsidee, logo: Ein Fitnessstudio, auf dem in (künstlich) morschen hölzernen Lettern in Frakturschrift prangt: Fitnessftudio, und innen sind dann lauter mittelalterliche Folterinstrumente wie z.B. Streckbank oder Pranger oder Eiserne Jungfrau und man kann sagen »Ich geh heut zum Spinning!«, und im Fitnessftudio wird man dann aufs Rad gespannt usw. Und wenn man klettern will und z.B. auf Instagram vorher postet »#Ich #gehe #jetzt #an #die #Boulder #Wand«, dann kommt man ins Fitnessftudio und wird dort eingemauert etc.

[Offenlegung: Freilich ist Fraktur keine mittelalterliche Schriftart, aber angesichts dessen, was sich Reklameindustrie et al. heutzutage leisten, irgendwo an teuflisch inferioren Idiotien hinzuschreiben, ist doch eh schon alles bumswurscht.]