In der dtv-Übersetzung von Bukowskis »Mann mit der Ledertasche« sagt einer zum andern: »Schieb mal deinen Leichnam hier rüber«, und über diese body-Übersetzung muss ich nach Jahren immer noch lachen.
Erlebnisbericht
Suhrkamp Verlag!
Ich will Schmerzensgeld, Suhrkamp Verlag!
Als ob Walter Benjamins Dissertation »Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik« leicht zu verstehen wäre – Deine Werkausgabe bringt mich an den Rand der Zerebralexplosion, indem Du in ihr die Reihenfolge zweier Zeilen vertauschst und damit einen Nebensatz von vorne bis hinten ungrammatisch machst:

Bevor mir das Hirn vollends zerstob und ich alle Zweifel an meiner Lesefähigkeit einzuräumen willens war, suchte ich nach einer anderen Ausgabe und fand sie im Digitalisat der Erstpublikation von 1920, wo Wort für Wort aneinandergereiht ist wie vom Verfasser vorgesehen und von den Leser*innen benötigt.
Ich erinnere mich, diesem Fauxpas – oder vielmehr dieser neckisch gedachten Schelmerei? – in einem Deiner Topprodukte schon einmal begegnet zu sein; bloß nicht mehr, wo.
Suhrkamp Verlag! Beim dritten Mal komme ich vorbei und verdrechsle Soll und Haben.
Textausschnitt: Benjamin, Walter: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik, in: ders.: Gesammelte Schriften, Band I.1, Abhandlungen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1974], S. 7–122, hier S. 67.
IGeL
Beim abendlichen Spaziergang einen am Wegesrand kauernden Igel gesehen. Sofort musste ich – so grundlos wie dann doch wieder nicht – an Individuelle Gesundheits-Leistungen denken. Wie eine*n diese Gesellschaft doch vernagelt und verrammelt und einer*einem das Gehirn zermörsert, es ist doch nicht auszuhalten!
Dabei muss ich gestehen, dass das gar nicht stimmt, sondern dass ich mir das nur ausgedacht habe beim Spekulieren darüber, wie ich diese Igelbegegnung der Netzgemeinde präsentieren kann. In Wirklichkeit freute ich mich einfach seines Anblicks. Wie eine*n diese Gesellschaft doch vernagelt und verrammelt und einer*einem das Gehirn zermörsert, es ist doch nicht auszuhalten!
Lasst euch beides (?) eine Warnung sein.
Harald Schmidt und das stark verschmutzte Rektum
»Ihr ernährt euch falsch, wenn ihr nach dem Stuhlgang ein stark verschmutztes Rektum habt!« Es ist dieser Satz, der mir von Harald Schmidt für immer am stärksten in Erinnerung bleiben wird. Er stand Anfang der Nullerjahre als groß herausgestelltes Kolumnenzitat in Schmidts Kolumne im »Focus« bzw. »Arschfocus« (M. Hürtgen).
Dies sei hier mal festgehalten, nicht dass Schmidt plötzlich verstirbt und ich es ihm dann postum hinterherrufen müsste. Denn das fände ich einigermaßen pietätlos. Obwohl es in der erwartbaren Chose des »Schmidt war einfach der größte!«, »Der Adorno der deutschen Fernsehunterhaltung« (Kölner Stadtanzeiger, kein Witz) und »Dieses depperte Arschloch Schmidt war doch der beschissenste Schmähfried von allen!« ein ganz netter Ballaststoff wäre.
Postscriptum: Wie Leser W. bemerkt, findet sich Schmidts Rektums-Ausspruch in einem 2007er Interview mit dem »Spiegel«. Wenn Schmidt den Ausspruch nicht einfach zweimal »brachte« (was mir sehr unwahrscheinlich scheint), würfle ich da womöglich zwei Sachen durcheinander. Was mich kaum wundern würde. Fast so stark erinnerlich wie der Ausspruch ist mir der oberstudienratartig angeberhafte und für Musiklaien praktisch unenträselbar hermetische Titel der Buchpublikation der »Focus«-Kolumnen, den ich seit je damit verbinde: »Quadrupelfuge«. Im Erscheinungsjahr 2002 war das für mich 16jährigen Realschulabgänger vom Lande einfach ein lustiges Wort. Heute, fast 20 Jahre später und mittlerweile – man soll auch nicht immer zu bescheiden sein und es auch mal raushauen – Elite-Master-Absolvent, kapiere ich den Titel allerspätestens und dann aber schon auch ohne alle Not beim Untertitel »Variationen über 4 Themen auf 240 Seiten«.
Wie die Dinge sich doch mitunter entwickeln; Harald Schmidt kooperierte zwischenzeitlich mit Oliver Pocher und ich nicht.
Gefallenseinladung
Unternehmenstrinkflasche
Verleser des Morgens: #ReunitedAltlastÜber die große Notwendigkeit von Seniorenschulen
Induktion
08.09.2020 – Auswärts zum ersten Mal einen Induktionsherd benutzt. Was für eine crasse Raketen-Technologie! Darauf in einem old school Wasserkessel (mit Pfiff!) in Nullkommajosef Wasser zu erhitzen fühlt sich an wie mit dem Raumschiff Enterprise über die Steinzeiterde zu gleiten.
Schlurpschlurpschlurp
Stellt euch vor euch putzt wer die Zähne mit Zahnpasta die nach der wohlschmeckendsten Speise schmeckt und ihr schlurpt die Pasta während des Geputztwerdens in einer Tour von der Bürste so dass euer Zahnputzdiener kaum je einen Zahn gereinigt kriegt (so läuft das bei Hunden, Stichwort Rindfleischgeschmack)
Eins, zwei, drei
Seit August war in der WG ein Hund. Sie lag im 3. Stock. Beim Hochlaufen wollte er immer schon die Wohnung im zweiten. »Der Hund kann nicht bis 3 zählen hehe 😅«
Seit Juni wohne ich in einer anderen Stadt. Die neue Wohnung nun liegt im zweiten OG. Nicht zum ersten Mal lief ich heute eins zuviel hoch ins dritte. »Wuff wuff wuff wuff wuff 2 wuffwuff hehe 🐶«
