AUTO AUSFAHRT EINFAHRT FREIHALTEN

Lange Zeit nun wog ich dieses Foto hin und her und dachte: »›Ausfahrt Einfahrt‹, ja, Mensch, was schreib’ ich da jetzt Lustiges dazu?« und mir wollte nichts und nichts einfallen. Kapieren tu ich bis heute nicht, was auf diesem Schild genau steht. Wie wäre AUTO AUSFAHRT EINFAHRT FREIHALTEN in eine sinnvolle Aussage zu übersetzen? Wären die Wörter mit Satzzeichen sinnvoll zu verbinden? »Auto-Ausfahrt/-Einfahrt freihalten« womöglich? Aber das wäre ein Schmarrn, weil Ausfahrt und Einfahrt in diesem Zusammenhang dasselbe sind, so wie die Venus sowohl der Morgenstern als auch der Abendstern ist.

Vielleicht steht dort aber in echt auch anderes: »Auto-Ausfahrt, Einfahrt freihalten!« D.h. von diesem Grundstück aus werden dauernd Autoausfahrten unternommen, wie wenn Motoradler*innen ihre Maschinen zur Frühlingsausfahrt spazieren fahren, und weil die Rückkehr praktisch jederzeit möglich ist, soll niemand die Einfahrt unterbinden, weil die Ausfahrenden schnell ins Haus wollen, um Kaffee und Kuchen einzunehmen.

Wahrscheinlich ist aber alles viel einfacher: Auf dem Schild steht schlicht zu viel drauf. AUSFAHRT FREIHALTEN, alles weitere ist redundant überflüssig. Wer das Schild gemacht hat, hatte ein neues Stencil-Graphic-Set und wollte damit aus Bock-Gründen gerne so viel herumschreiben wie möglich. Mir ist damit, wie so oft bei Text im öffentlichen Raum, kein Gefallen getan.

Die unmittelbar enttäuschte Freude

Einmal schaute ich in der Heimat bei einem Provinzfußballspiel der untersten oder zweituntersten Spielklasse zu. Ein Akteur der gegnerischen Mannschaft haute aus wasweißich 25 Metern mal voll drauf und der Ball flog viel- bzw. erfolgversprechend Richtung Tor. Ein gegnerischer Anhänger sah das Leder schon drin und sprang »SUPER!« jauchzend auf, musste aber sogleich, weil das Spielgerät dann doch über die Latte schwebte (?), ein enttäuschtes »FACK!« (mit sehr hellem a, bairisch für fuck) nachschieben, und das alles ging so schnell, dass »SUPER« und »FACK« beinahe oder praktisch ein Wort bildeten, und so denke ich seither bei unmittelbar enttäuschter, im Knospen erstickter Freude: »SUPER…FACK :/«

Das regelt der Werbemarkt

  • »Wie viel Ingwertee pro Tag ist gesund?« (praxistipps.focus.de)
  • »Wie viele Pistazien sind pro Tag gesund?« (gesundheitsfrage.net)
  • »Wie viel Heizöl verbrauche ich pro Tag?« (bild.de/ratgeber/job-karriere/)
  • »Tinder: Wie viele Likes pro Tag? | TippCenter« (tipps.computerbild.de)
  • »Bartwuchs wie viel wächst der pro Tag ca.?« (gute-frage.net)
  • »Wie viel pro Tag gebt ihr aus? (Geld, Ernährung, essen)« (gute-frage.net)«
  • »Wie viele Menschen sterben pro Tag?« (helpster.de)
  • »Wie viele Kilometer kann man auf einer Fahrradtour pro Tag …
    Wie viele Kilometer man als Fahrradtour pro Tag schaffen kann, ist individuell sehr unterschiedlich. Manche sind eben mehr fit als andere. Auch was für ein Fahrrad fährt, das spielt auch eine entscheidende Rolle.« (radtouren-checker.de)

Das ist eine Auswahl von Suchmaschinenergebnissen auf die Frage: »wie viel hanföl pro tag«, duckduckgo-Seiten 2 und 3. Der Rest vorher/dazwischen war CBD-Öl-»Info«, Hanföl-Werbung, Quatsch.

Dies zum Thema: Die Unbenutzbarkeit der Suchmaschinen im besonderen und des Internets im allgemeinen, weil die Ergebnisse der Werbemarkt regelt.

Christlicher Vandalismus

Der CVJM, der Christliche Verein junger Menschen, eine des ungesetzlichen Verhaltens gänzlich unverdächtige, ja marienhaft unschuldige, wo nicht unbefleckte Gruppierung, vandaliert nun also auch. Was von den jungen jesusfreakigen Kreuzrittern als nächstes an öffentlichen Ärgernissen drohen könnte:

  • »C + M + B«-Kreidetags an willkürlich gewählten Haustüren
  • Weihwasser-Sprenkelanschläge auf Vorgärten
  • innerstädtische Taubenanfütterungen mit Hostienpackungskrümeln
  • Scheiterhaufen an Kreuzigungen Kreuzungen
  • öffentliche Knabenvergewaltigungen

Neil Armstrong schützte sich vor dem Mond

Astronaut Neil Armstrong trug bei seinem Besuch auf unserem kosmischen Nachbarn einen selbstgenähten Mondschutz, den er während des Aufstiegs noch flugs anfertigte, weil es bei den komplizierten, sehr detailreichen Vorbereitungen vergessen worden war. Ohne den Mondschutz hätte er sich dort oben schnell was geholt, dachte er. Weil Buzz Aldrin nicht so clever war wie Armstrong, musste er seinen Mondschutz nach der Landung nähen. Deswegen war Armstrong als erster aus der Rakete draußen. Michael Collins hingegen konnte gar nicht nähen und musste darum mit der Rakete um den Mond kreisen, während sich die anderen beiden den Mondbetretrekord schnappten.

Collins konnte nicht nähen, weil er frühreif gewesen war und sich in der Grundschule im Handarbeitsunterricht schon so pubertär aufgeführt hatte, dass er oft ins leere Nachbarklassenzimmer geschickt worden war, um Strafarbeiten zu machen. Als die anderen später hart abpubertiert hatten, war bei ihm hormonmäßig schon alles im Lot und er in den MINT-Fächern top gewesen. So hatte er mit Links Physik studieren können usw. Übrigens war es gar kein »Mondbetretrekord«, sondern das Erstbetreten, aber in »Mondbetretrekord« steckt »etretre«.

Dass Armstrong sich während des Hochgeschossenwerdens einen Mondschutz nähte, zweifeln Mondlandungsleugner auf der ganzen Welt bis heute an. Es ist ein beliebtes Argument gegen die humane Mondlandung. Teilweise studieren sie jahrelang Physik an diversen internationalen Universitäten, um mit schwierigen physikalischen Beweisketten zu belegen, dass sich niemand im Mondraketensitz einen Mondschutz nähen kann. Sie strengen sich fürchterlich an, aber letztlich kapieren sie nicht alles oder immerhin so manches nicht genau. Wo sonst aber hätte Armstrong seinen Mondschutz schon bei der Landung hergehabt, wenn er ihn nicht noch schnell zusammengehudelt hätte.