Komikkritik: Gedichtetag auf der taz-Wahrheit

Der wöchentlich wiederkehrende Ankündigungstext der Gedichte-Rubrik der taz-Wahrheit lautet: »Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Die Leserschaft darf sich an einem Poem über … erfreuen.« Aber was soll das?, nur weil Gedichte mancherorts den Ruf der angestaubten Form haben mögen – im Deutschunterricht werde man dahingehend eh bloß mit über hundert Jahre altem Zeug gequält, wen interessiere dieses Schnarchzeug –, braucht man doch nicht so altertümelnd daherzuschreiben. Warum nicht gleich: »Die Recipienten dürffen sih an Poeterey über … erfrewen«?
Über die veröffentlichten Gedichte nichts.

Fritt’s Cola

Produktidee Fritt’s Cola wo du dir beim „trinken“ in einer tour denkst »wow ist das ein kauw« weil es einfach nur eine zähe melasse ist die du mühsam aus dem trincpac drücken musst

(Offenlegung: Fritt Cola gibt’s schon, auch Fritt Cola+Orange und Fritt LimOrange sogar. Das hab ich aber erst beim googlen gemerkt, nachdem ich diesen beitrag verfasst hatte naja da war der Markt mal wieder schneller gewesen es gibt kein Entrinnen er ist perfekt und gott. Wegen »melasse« etc. hab ich ihn trotzdem gepostet weil wann hast du schon mal die gelegenheit dieses wort etc. zu benutzen)

Uni-Post

Immer wenn ein brief von der uni im postkasterl liegt sofort angst wegen irgendeiner Scheiße vorzeitig exmatrikuliert worden zu sein »Sie haben die credit leistungen gemäß bestimmung Nr. A38 nicht erbracht … disdas … deswegen sahen wir uns gezwungen, naja … freuen wir uns Ihnen mitteilen zu dürfen … auf ›Wiederschaun‹ jedenfalls!« Dann geklingel an der tür sofort abmarsch auf die insel der schrecken Oh nein! »aber insel der schrecken ist doch nur ein name!« puh…! »in echt ist es nur eine halbinsel« und dann machen dort flugsaurier und diverse boden-boden-untiere menschenjagd und niemand kann entkommen alle werden gefressen und sind beim verdaut werden noch teilweise bei bewusstsein ihr kennt das
bislang war’s noch immer bloß eine aufforderung der uni-bib ein buch das jemand reserviert hatte zurückzugeben – ja die uni-bib erlangen macht sowas noch per papierpost extra aber ich glaube die exmatrikulationsangst ist einkalkuliert und teil des überwachen und strafens damit niemand zu aufmüpfig wird hier und noch auf gedanken kommt
oh man mein leben ist so aufregend,

Wohnen kann ich gut

04.05.2019 – In der WG, in der ich die kommenden zwei Wochen wohne, bin ich die ersten drei Tage alleine, weil die Mitbewohnerinnen hier und da und dort sind. Aus der Ferne erreichen mich Nachrichten, ob ich mich schon gut eingelebt hätte. Obzwar es diesen liebevollen und natürlich eher rhetorischen Nachfragen nicht angemessen wäre, möchte ich fast antworten: Freilich, weil wohnen kann ich gut. Denn, um Gerhard Polt aus einem Interview, in dem er unter anderem davon spricht, dass er gerne so vor sich hinschildkrötelt, zu zitieren: »Ich wohne gern.«


Hinweis: Das angeführte Interview ist nach wie vor lesenswert: »›Ich sinnlose vor mich hin… und das mit Begeisterung!‹ Gerhard Polt spricht über die Langeweile«, https://sz-magazin.sueddeutsche.de/bayern/ich-sinnlose-vor-mich-hin-und-das-mit-begeisterung-78621.