Erfahrungsbericht: Glasfaserlecht und das Internet genießen

Wie in diesem Beitrag neulich bekannt gegeben, wurde in unserem Haushalt ein Glasfaseranschluss eingerichtet, der den alten DSL-Anschluss (gähn!) ersetzt. Gemacht hat das Ganze die berüchtigte Firma Telekom, das Verschrien-sein-Pendant zur Deutschen Bahn.

Doch was habe ich zu berichten: Der Techniker, der die Leitung in die Wohnung legen sollte, war an einem Tag für den Zeitraum 8–12 Uhr bestellt und klingelte bereits um 11:15 Uhr, wenngleich an der falschen Tür, aber das ließ sich schnell klären. Und schon um 12:15 Uhr verließ er die Wohnung verrichteter Dinge. Er hatte zuvor die von ihm verlegte Leitung ›durch‹gemessen und alles hatte funktioniert.

Nun hieß es: Warten auf den Schalttermin, d. h. den 13 Tage danachenen Tag, an dem uns alles freigeschaltet bzw. ein benutzbares Signal in das Glasfasermodem gejagt wurde. In der Nacht auf diesen Tag bekam ich also eine E-Mail zur Einrichtung. Ich erledigte alles, wozu mich der Assistent aufforderte. Und tadaa: Das Glasfasermoden wurde beim ersten Versuch und ohne Mätzchen erkannt.

Doch noch konnten wir das superschnelle Internet nicht genießen: Denn ich konnte den alten Fritz unsere FRITZ!Box (das sie mit diesem depperten Namen durchkommen …) nicht einrichten. Warum? Sie forderte mich zur Eingabe der seltsamen Zugangsdaten des Anschlusses auf (Zugangsnummer, Persönliches Kennwort, Anschlusskennung (?), Mitbenutzernummer (??) – what’s all this fuss about?). Und die hatte ich nicht. Alle voran- bzw. eingegangenen E-Mails der Telekom durchgegangen: nichts. Nirgends.

Also Kundenservice angerufen. Bereits jetzt verärgert, denn das konnte ja was werden! Warteschleife warten rausfliegen noch mal anrufen Ansage Band Musik rausfliegen warten ah jetzt oh ein unfreundlicher Depp. Doch es kam ganz anders: Die Computerstimme bot mir einen Rückrufservice an und fragte mich, ob ich innert der nächsten zwei Stunden zurückgerufen werden wolle. » J A ! « Lieb gemeint, aber für mich doch nervig, fragte sie freundlich, aber gefühlt unendlich langezogen: »Wollen Sie unter der Rufnummer …« » J A A – A ! «, fiel ich ihr in die Frage, ob ich unter der Rufnummer, unter der ich gerade anrief, zurückgerufen werden wolle, woraufhin der Computermann sein dummes Maul hielt, sich freundlich bedankte und verabschiedete.

Keine zwei Stunden später läutet auch schon das Telefon, Telekom dran. Es meldet sich wieder der Computermann und sagt mir, was ich zur Identifikation bereithalten soll. Weil ich lieber mit Bluetoothohrhörer telefonieren möchte, lege ich beim Einstöpseln und Verbinden des (ach, weil’s so schön hässlich ist, dieses Wort noch mal) Bluetoothohrhörers versehentlich auf.   Z E F I X !  Kurz warte ich in der vergeblichen Hoffnung, dass ich gleich noch mal angerufen werde, aber vergeblich. Ich finde, solche versehentlichen Aufleger sollten die Maschinen schon in der Lage sein zu erkennen. Telekom, programmier das doch ein! Also rufe ich noch mal bei der Hotline an und lasse mich für einen Rückruf innerhalb von zwei Stunden eintragen.

Innerhalb von zwei Stunden ruft denn die Telekom zurück. Die sehr freundliche Mitarbeiterin ist sehr kompetent und hilft mir hilfreich. Die angefragten Zugangsdaten e-mailt sie mir per verschlüsselter PDF (E-Mails sind ja so sicher wie Postkarten), das Passwort kriege ich per SMS, beides trifft noch während des Telefonats ein. Auch bei einem anderen, einem Account-Problem, das vermutlich gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt, kann sie mir sofort helfen, und die Hilfe hilft dann auch wirklich.

Sofort nach dem Telefonat copy-paste ich den Zugangsdatensalat in die Maske in der FRITZ!Box (und ich Depp schreibe diesen depperten Namen auch noch in der Eigenschreibweise) und die FRITZ!Box richtet den Anschluss auf Anhieb ein.

Das hätte einer*einem doch früher, glaubt einer*einem doch heute auch niemand: Sowohl mit dem Leitungsverleger als auch mit der Telefonistin der Hotline war ich vollauf zufrieden. Die ganze Glasfaseranschlusseinrichtung hat mir insgesamt so gut wie keinen Stress oder Ärger verursacht. Das darf ich doch eigentlich gar nicht reinschreiben ins Internet. Lob führt doch nur zu Nachlässigkeit.

Hier noch ein Foto mit einem noch besseren Geschwindigkeitsergebnis als oben:

Und falls sich wer fragt, warum die Überschrift dieses Beitrags so seltsam und v. a. falsch ist: Sie stammt nicht von mir, sondern ist die von der WordPress-eigenen KI vorgeschlagene SEO-Verbesserung:

Kurz notiert (154)

Slipknots Elon-Musk-Kritik avant la lettre: PayPal = Shit

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🎶 Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da /
Und mit ihm auch die Antifa 🎶

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Fisher-PricewaterhouseCoopers

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Mähdrescher kommt übrigens aus dem Griechischen (maidrescher) und weist heute noch darauf hin, dass im antiken Griechenland bereits im Mai geerntet wurde wg. gkB im Hochsommer

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Lastenrad-Gang Die fabelhaften Bakfiets-Boys❔❓

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Theodor W.LAN Adorno (?)

Welcher Versuchung der dark side of the Force ich gerade zu widerstehen habe: Nur, weil eventuell mal ein Die-Hard-Star-Wars-Fan kommen und sagen könnte: »Er sagt bloß ›I am your father!‹, nicht ›Luke! I am your father!‹«, das WLAN des neuen Glasfaseranschlusses »Luke-I-am-your-Glasfather« nennen. Aber noch die light side of the Force stärker in mir ist: Nie einen ›lustigen‹ WLAN-Namen vergeben du darfst!

Kreuzfahrer

Zur fragwürdigen Rettung der Kreuzfahrt- und Kriegsschiffs-Werft Meyer eine kleine Anekdote aus dem Urlaub in Rostock diesen Juli: Es ist ein Sonntag am späten Vormittag. 30 °C und strahlender Sonnenschein. Die S-Bahn zum Strandbad Warnemünde, das wir am zweiten Tag erstmals besuchen, ist übervoll. Teilweise müssen Leute am Bahnsteig auf die nächste warten. In den Türbereichen: Boomerpaare mit riesigen, ja hüfthohen Kofferungetümen. Dass Leute an den S-Bahnhöfen aus- und einsteigen wollen, interessiert sie kaum. Sie stehen an ihren Plätzen, als gehörten sie ihnen wie daheim die Eigenheimgrundstücke. Und schauen recht verärgert drein ob des Pöbels, der ja unbedingt auch noch in ihren Zug müsse und nicht auf den nächsten warten könne. Am fürchterlichsten: Einer mit Rollator, der auf einem Klappsitz neben dem Klo sitzt, muss zwischendurch aussteigen. Sein Rollator muss von Fahrgäst*innen teilweise über die Menge gehoben werden. Statt dass die Gepäckboomer wie Zivilisierte kurz auf den Bahnsteig treten, alle aussteigen lassen und dann selber wieder einsteigen. »Mei, vielleicht sind aufm Weg nach Warnemünde ihre Hotels, wo sie einchecken«, denke ich, und an jeder Station, dass sie vielleicht die nächste raus müssen. Bis wir am vorletzten Stopp vor der Endhaltestelle, Warnemünde, riesige – dieses Epitheton ornans braucht’s eigentlich nicht – Kreuzfahrtschiffe durch ein Sieb drücken, Quatsch: passieren. Denn Warnemünde ist, wie ich sehe, nicht nur ein ordinärer Hafen, sondern auch ein Kreuzfahrthafen. »Ach, klar, die Gangblockierer mit den Riesengepäcken sind Kreuzfahrer*innen!« Dass diesen Leuten ihre Umwelt wurscht ist, ist schon an ihrem grausligen Bahnfahrverhalten abzulesen. Aber man soll sich womöglich noch dafür bedanken, dass sie für den Transport zu ihrem Unweltwahnsinn kein Taxi nehmen.

Warum heißt es (18)

Warum heißt es Deutscher Spendenrat e.V.  und nicht Der Tscharitätische

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Warum heißt es philosophische Spekulation und nicht Triff mich wie ich akademischer rat’!

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Warum heißt es schlagende Burschenschaft und nicht The Schmisss

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Why is it called a writing residency and not a peninsula?

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Warum heißt es Schubladendenken und nicht Fachidiotie

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Kurz notiert (152)

No Angels: I Wanna Bidet Light in Your Eyes❓❔

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Verbeamtete Schauspieler*innen müssen vor jedem Dreh einen Hineinversetzungsantrag stellen

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Leute die auf Wiesen am Boden hocken (können), für mich echt der Bodensatz der Gesellschaft

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Die kindliche Kaiserin von Kina vs. die chindliche Chaiserin von China vs. die schindliche Schaiserin von Schina

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Dr.-Oetker-Mitarbeiterin die nach dem Urlaub Backin-Office-Messages verschickt

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