Joe Kaeser, primus inter pares

»One of 384.000 dedicated Siemens employees worldwide.« Weil er wahrscheinlich aber das 384.000fache einer durchschnittlichen Siemenslerin verdient, braucht er gar nicht so bescheiden zu sein und darf sich ruhig als primus inter pares bezeichnen wie der most dedicated citizen of the Roman Empire: Kaiser Augustus.

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»Der Begriff primus inter pares wurde unter Kaiser Augustus eingeführt, um seine Stellung im römischen Staatsgefüge zu beschreiben (siehe auch Prinzipat). Augustus wollte mit dieser Bezeichnung seine Unterordnung unter die republikanischen Institutionen unterstreichen; de facto jedoch war er unumschränkter Herrscher.« (Lateinunterricht bzw. Wikipedia)

AUTO AUSFAHRT EINFAHRT FREIHALTEN

Lange Zeit nun wog ich dieses Foto hin und her und dachte: »›Ausfahrt Einfahrt‹, ja, Mensch, was schreib’ ich da jetzt Lustiges dazu?« und mir wollte nichts und nichts einfallen. Kapieren tu ich bis heute nicht, was auf diesem Schild genau steht. Wie wäre AUTO AUSFAHRT EINFAHRT FREIHALTEN in eine sinnvolle Aussage zu übersetzen? Wären die Wörter mit Satzzeichen sinnvoll zu verbinden? »Auto-Ausfahrt/-Einfahrt freihalten« womöglich? Aber das wäre ein Schmarrn, weil Ausfahrt und Einfahrt in diesem Zusammenhang dasselbe sind, so wie die Venus sowohl der Morgenstern als auch der Abendstern ist.

Vielleicht steht dort aber in echt auch anderes: »Auto-Ausfahrt, Einfahrt freihalten!« D.h. von diesem Grundstück aus werden dauernd Autoausfahrten unternommen, wie wenn Motoradler*innen ihre Maschinen zur Frühlingsausfahrt spazieren fahren, und weil die Rückkehr praktisch jederzeit möglich ist, soll niemand die Einfahrt unterbinden, weil die Ausfahrenden schnell ins Haus wollen, um Kaffee und Kuchen einzunehmen.

Wahrscheinlich ist aber alles viel einfacher: Auf dem Schild steht schlicht zu viel drauf. AUSFAHRT FREIHALTEN, alles weitere ist redundant überflüssig. Wer das Schild gemacht hat, hatte ein neues Stencil-Graphic-Set und wollte damit aus Bock-Gründen gerne so viel herumschreiben wie möglich. Mir ist damit, wie so oft bei Text im öffentlichen Raum, kein Gefallen getan.

Die unmittelbar enttäuschte Freude

Einmal schaute ich in der Heimat bei einem Provinzfußballspiel der untersten oder zweituntersten Spielklasse zu. Ein Akteur der gegnerischen Mannschaft haute aus wasweißich 25 Metern mal voll drauf und der Ball flog viel- bzw. erfolgversprechend Richtung Tor. Ein gegnerischer Anhänger sah das Leder schon drin und sprang »SUPER!« jauchzend auf, musste aber sogleich, weil das Spielgerät dann doch über die Latte schwebte (?), ein enttäuschtes »FACK!« (mit sehr hellem a, bairisch für fuck) nachschieben, und das alles ging so schnell, dass »SUPER« und »FACK« beinahe oder praktisch ein Wort bildeten, und so denke ich seither bei unmittelbar enttäuschter, im Knospen erstickter Freude: »SUPER…FACK :/«

Das regelt der Werbemarkt

  • »Wie viel Ingwertee pro Tag ist gesund?« (praxistipps.focus.de)
  • »Wie viele Pistazien sind pro Tag gesund?« (gesundheitsfrage.net)
  • »Wie viel Heizöl verbrauche ich pro Tag?« (bild.de/ratgeber/job-karriere/)
  • »Tinder: Wie viele Likes pro Tag? | TippCenter« (tipps.computerbild.de)
  • »Bartwuchs wie viel wächst der pro Tag ca.?« (gute-frage.net)
  • »Wie viel pro Tag gebt ihr aus? (Geld, Ernährung, essen)« (gute-frage.net)«
  • »Wie viele Menschen sterben pro Tag?« (helpster.de)
  • »Wie viele Kilometer kann man auf einer Fahrradtour pro Tag …
    Wie viele Kilometer man als Fahrradtour pro Tag schaffen kann, ist individuell sehr unterschiedlich. Manche sind eben mehr fit als andere. Auch was für ein Fahrrad fährt, das spielt auch eine entscheidende Rolle.« (radtouren-checker.de)

Das ist eine Auswahl von Suchmaschinenergebnissen auf die Frage: »wie viel hanföl pro tag«, duckduckgo-Seiten 2 und 3. Der Rest vorher/dazwischen war CBD-Öl-»Info«, Hanföl-Werbung, Quatsch.

Dies zum Thema: Die Unbenutzbarkeit der Suchmaschinen im besonderen und des Internets im allgemeinen, weil die Ergebnisse der Werbemarkt regelt.

Christlicher Vandalismus

Der CVJM, der Christliche Verein junger Menschen, eine des ungesetzlichen Verhaltens gänzlich unverdächtige, ja marienhaft unschuldige, wo nicht unbefleckte Gruppierung, vandaliert nun also auch. Was von den jungen jesusfreakigen Kreuzrittern als nächstes an öffentlichen Ärgernissen drohen könnte:

  • »C + M + B«-Kreidetags an willkürlich gewählten Haustüren
  • Weihwasser-Sprenkelanschläge auf Vorgärten
  • innerstädtische Taubenanfütterungen mit Hostienpackungskrümeln
  • Scheiterhaufen an Kreuzigungen Kreuzungen
  • öffentliche Knabenvergewaltigungen