Hubert, der Unverstandene?

Instagram-Gott Hubert Aiwanger: »Söder behauptet auf seinem Parteitag, man würde mich in anderen Bundesländern nicht verstehen. Lieber Herr Söder«, wie Sie im Titanic-Magazin 9/21 nachlesen können, habe ich nun wirklich in ganz Deutschland, von Theo Waigels Kanzlei rüber zum Tübinger Oberbürgermeister bis hin zu Reichsbürgern aus den nördlichsten Bundesländern, herumtelefoniert und wurde überall problemlos verstanden. Ich bin also ein Politiker für ganz Deutschland und deswegen #FreieWähler in den Deutschen Bundestag 👍 Am besten gleich in einer Regierung!

Kennst du niederbayerische Diözesen?

Am stolzesten beim Aiwanger-Telefonterror in TITANIC 09/2021 bin ich übrigens hierüber: Im Gespräch mit Theo Waigel jubilierte ich auf seine Frage, in welcher Diözese denn Aiwangers Wohnort läge, nach etwa drei Sekunden Schockstarre »… das ist Freising bei uns« ins Telefon.

Bei dieser Frage dachte ich im ersten Moment, jetzt wäre es vorüber und Waigel »hätte« mich. Aber weil Aiwangers Wohnort meines Wissens irgendwo in der Nähe von Landshut liegt, versuchte ich es aufs Geratewohl mit dem nächstgelegenen Ort, der Zentrum einer Diözese sein k ö n n t e . Und traf ins Schwarze, ha!

Wie ich nachträglich nachgeschlagen habe, stimmt Freising zwar gar nicht – Aiwanger gehört zur Diözese Regensburg –, aber auf bayerische Diözesen musst du erstmal kommen, selbst wenn du in der Diözese Regensburg aufgewachsen bist und bis 16 Ministrant warst.

Di_ch

Endlich ist die niedersächsische Kommunalwahl vorbei. Jetzt verschwinden endlich all die SPD-Plakate mit dem so unvorteilhaft gesetzten »dich«. Normale, die daran vorbeimüssen, martern die doch nur immerzu mit der Frage, ob da nicht eigentlich »dilch«, »dirch«, »dioch«, »dlech«, »drach« oder sonstwas teilweise Kopfverdecktes steht.

Vom ewiggestrigen Klaue

»Anders als heutige Jungakademiker glauben, die diese Satiren als Verspottung eines gedrechselten Jargons goutieren, handelt es sich bei dieser Überzeichnung um eine Würdigung, um die Reverenz an Menschen, die von gestern und eben deshalb dem Heute überlegen sind.« (Magnus Klaue: »Einer von gestern. 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid«, tagesspiegel.de vom 14.09.2021)

Von Profi- bzw. Alt- resp. Superakademiker Magnus Klaue geburnt – meint er mich, dann habe ich wohl alles richtig gemacht. Wenn er tatsächlich glaubt, diese Menschen »von gestern« seien »dem Heute überlegen«, geht es letztlich doch wieder nur um ihn selbst. Er weiß eben noch, wie man gestern spazieren ging, um nicht zu sagen ergebnisoffen flanierte, und latscht nicht einfach dumm herum wie die Heutigen. Genau solche Selbstglorifizierung qua Sich-gleich-Machen mit den Säulenheiligen griff Henscheid – der etwa Adornos Schriften immer sowohl affirmierte als auch angriff – mit seiner Kritische-Theorie-Rezeption stets an. Klaue wird das bei mir halt nicht lesen oder hören wollen.