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Von guten Kugeln wunderbar geborgen,
Erwidern wir, was uns erschießen mag.
Glock ist bei uns am Abend und am Morgen
Und in der Schule jeden neuen Tag.
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(Dietrich Bonhoeffer)
Autor: Andreas Maria Lugauer
Warnung
Erst wenn auf den Fahrradwegen in den städtischen Parks und Anlagen der letzte Radler unterwegs gewesen sein wird ohne neongelbe Warnweste, ohne Fahrradfunktionskleidung, ohne Helm mit neongelbem Regenüberzug, ohne neonfarbenen Hosenbeinclip mit Reflektor (rechts), ohne regendichte Gepäcktasche (links), ohne Flugzeugscheinwerfer, der direkt in die Augen der Entgegenkommenden gerichtet ist, ohne vor jeder nicht einsehbaren Kurve schrill zu klingeln, um das eigene Fahrradwegbenutzungsrecht aggressiv einzuklagen und ja nicht bremsen zu müssen, und ohne sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 20 km/h fortzubewegen – erst dann werdet ihr merken, daß [Fragment]
Freitag, 9.3.18, E-Werk Erlangen
Tocotronic gehen nach 70 Minuten mit einem charismatisch-erotisch geröhrten «Ciao!» (Duden-Empfehlung: «Tschau!» – ja ciao cacao!) von der Bühne. Zwei Zugabesongs, dann nochmal tschüß, bevor sie einen letzten Song spielen. Anschließend erklingt ein Chanson aus dem letzten Jahrhundert, dessen Titel und Interpretin ich leider nicht kenne (vielleicht ist sie noch nicht tot und ich lerne sie mal wieder erst kennen, nachdem sie gestorben ist).
Ich bleibe stehen und finde die Konzertklammer schön, die dieses Chanson zusammen mit dem klassischen Bombastintro eines Streicherorchesters bildet. Die Reihen Weiterlesen
Zum Schlachter?!
Ihren Hit «Bring Your Daughter to the Slaughter» (1990, UK-Charts Platz 1) nahm die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden übrigens auch in einer österreichischen Version auf: «Bring’ dei Dochta schnö zum Schlochta». Sie verstaubte allerdings, weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit, auf der B-Seite der 7″ bzw. als Track 4 auf der Maxi-CD/auf der Bandmitte der MC.
In Österreich war man anfangs sehr «geschmäächelt» von der Würdigung aus UK, jedoch langte es dann auch dort nicht für Airplay. Denn die österreichischen Sittenwächter waren zu erbost über die Übersetzung des Refrains «Bring your daughter, bring your daughter to the slaughter / Let her go, let her go, let her go», als daß sie einer VÖ in Ö hätten zustimmen können: «Bring’ dei Dochta, bring’ dei Dochta schnö zum Schlochta / Hosd dei Rou, hosd dei Rou, hosd dei Rou!»
Selbst auf Youtube wurde die österreichische Version bereits 1991 wieder gelöscht, dort findet man nur noch die ursprüngliche: [bring your browser to, eh, Youtube]
Twitterpapst
Papst Franziskus hat auf Twitter neun Accounts (je einen für alle 9 Sprachen, alle folgen jeweils nur den anderen Papstaccounts). Weil im Vatikan Latein Amtssprache ist, ist darunter mit @Pontifex_ln natürlich auch ein lateinischer. Dessen bislang erfolgreichster Tweet stammt aus dem Jahr 2016 und lautet: «Quid hic 1 bios est?»
Anmerkung: Ich muß wohl nicht extra vorrechnen, was es bedeutet, daß er ausgerechnet neun Accounts hat, mach’s aber trotzdem:
9 = 3 x 3
3 + 3 = 6
3 x 6 = 666
#QED #wearedoomed
Anmerkung 2: Falls jemand mit Latinum Bock hat, mal wieder ein bißchen was zu übersetzen, die Lateinkenntnisse jedoch nicht mehr optimae sind: der deutschsprachige Account @Pontifex_de bietet zu jedem lateinischen Tweet die deutsche Komplettlösung!
Aufgabe
Verfassen Sie eine Adorno-Parodie in zwei Wörtern, die einen performativen Widerspruch enthält.
«Verweigern sich.»
Seemannscover
Könnte ich Schifferklavier spielen, dann würde ich eine Seemanns-Version von Metallicas ‹Master of Puppets› aufnehmen. Singen würde ich dabei z. B. folgendes:
Schau: mein Dreimaster!
-master!
Dreimaster of Puppets
I’m pulling the strings! …
Leider kann ich nicht Schifferklavier spielen.
(Offenlegung: Singen kann ich auch nicht.)
Der Neue Mensch
Hymnus ad majorem gloriam hominis novi
Er ist da! Der Neue Mensch, wie ihn ein jedes Zeitalter als Strebensziel der Niederen
Zwischen den Schenkeln hervorpreßt, ist da:
Der regionalbahnfahrende Klappradpendler in flammender Funktionskleidung!
In heroischer Selbstnegation steht er
Neben seinem (kurz vor der Fahrscheinkontrolle)
Eingeschlagenen und
Ineinandergeschobenen
Vehikel aus zusammengeflanschten, neonfarben lackierten Stahlrohren,
Hybrid blickt er durch seine
In zartem, nur drähtchendickem, schwach mattschimmerndem Metall Weiterlesen
Fragmente (wg. Albernheit)
Wäre ich eine Frau und hieße Anneliese, ich ließe mich – Nomen est Berufsberatung– zur Psychoanalytikerin ausbilden und nennte mich Psychoann[Fragment wg. Albernheit]
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Wäre ich Besitzer einer fränkischen Kegelbahn, ich verpflichtete Magdalena Neuner für ein Werbeplakat, auf dem sie mit Daumen hoch aus einer Sprechblase sagt: «Alle Neu[Fragment wg. Albernheit]
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Hieße ich, wie der Schriftsteller Raoul Schrott, mit Nachnamen Schrott, ich eröffnete ein Geschäft für Elektroartikel und nennte mich Elektro Sch[Fragment wg. Albernheit]
Dreifuß-Joe der Vierhänder
Wenn ich nachts nicht einschlafen kann, stelle ich mir vor, ich sei ein Schlagzeuger und säße an einem mordsgroßen Drum-Kit mit einem Haufen Tom-Toms, Stücker 30 Becken schillerndster Bauformen und freilich zwei Bassdrums für Doublebass (Doppelfußmaschine an nur einer Bassdrum klingt selbst im Halbschlaftraum saftlos). Dann spiele ich die verrücktesten und vertraktesten Takte und Fills und Loops, sauschnell und jazzprofessormäßig, so daß kein Mensch weiß, wo hinten und vorne ist. Zwischendurch prügle ich unvermittelt heftige Brutalo-Blastbeats ein, daß es den BPM-Zähler überschlägt (natürlich ein analoger, wegen der trveness), während die Temperatur spontan in nordpolare Eisgefilde absinkt und die Leute denken: «So schnell kann das doch keiner, das ist doch alles Beschiß und Computer!» Ist es aber nicht!, sondern ehrliches Hand- und Fußwerk. Ebenso unvermittelt wechsle ich dann in den 70s-Prog-Rock-Modus und öffne mit psychedelischer Polyrhythmik ein Dimensionstor bzw. eins in sonst nur erdrogbare Bewußtseinsebenen.
In der halbschlafweltlichen Fachwelt nennt man mich dann Dreifuß-Joe der Vierhänder.