Kreisverkehre

Der mit Abstand allergrößte Schmarrn sind doch Kreisverkehre mit Rechts-vor-links-Regelung. Es wundert mich jedes Mal aufs Neue, dass auf deren Inseln nicht stapelweise Autowracks von Vorfahrtsmissachtungsunfällen rumliegen, die teilweise noch rauchen bzw. gerade am explodieren sind und mitunter auch Personen beinhalten, weil die Rettung einfach nicht hinterherkommt. Statt dessen tun alle so, als seien Rechts-vor-links-Kreisverkehre das Normalste von der Welt und es funktioniert unverständlicherweise praktisch  r e i b u n g s l o s . Wem da die Vorfahrt genommen wird, merkt es in den meisten Fällen wohl nicht mal.

Dabei wäre es kinderleicht. Auf allen Kreisverkehren sollte gelten: »Wer auf der Kreisverkehrsfahrbahn ist: fahri-fahri, alle anderen: warti-warti.« Aber dann kommen wieder der ADAC und andere Schlauberger und rufen: »Gleichmacherei! Sozialismus! Gesunder Menschenverstand! Feurio!«

Naja, mir kann’s im Grunde wurscht sein, denn ich weiß in der ganzen Metropolregion Nürnberg-Fürth-Erlangen nur von einem einzigen Rechts-vor-links-Kreisverkehr (den am nach dem letzten Erlanger Nazi-Statthalter benannten Lorlebergplatz, Erlangen). Aber so kann’s ja wohl trotzdem nicht zugehen!!

#TohuwabohuDeutschland

Pro Cord

Ja, es stimmt: Ich trage Cord. Gerne und mit Wohlgefühl.

Auf Max Goldts Frage »Sind wir denn nur in Cordbettwäsche etwas wert?« würde ich – obschon sie rhetorisch und nur Buchtitel ist – antworten: »Ja, aber nur fast. Empor in die elysischen Gefilde reiner Güte höbe uns Cordbettwäsche nur in Verbindung mit einem Cordschlafanzug! Denn mit dessen Rillen könnte man im Bett schön in der Bettwäsche ›einrasten‹ und hätte nächtens bzw. schlafenszeitens seine sel’ge Ruh’. Außerdem wären Cordbettwäsche wie -schlafanzug das, was dieser Tage von Comfort im allgemeinen erfüllt werden sollte: fördernd und fordernd. In ihrer doch nicht zu weichen Gemütlichkeit, ja gutmütig-omahaften Widerborstigkeit gemahnten sie eins stets auch an die harten Untergründe des Lebens und entließen nicht in die umstandslos ticketartig eingeforderte Weichlichkeit, die sozialen Verhältnissen am Ende des Tages nur zum Nachteil gereichen. Cord tragen ist immer auch Cord ertragen.«

Vergessene Reklamen aus den 50ern (1)

»Oh, schon 7 Uhr, und da liegt er immer noch, unser Allz. Draußen scheint herrlich die Sonne, die Holzarbeit wartet, und er schläft mal wieder so tief, dass Sie ihn nicht und nicht wachbekommen? Wackeln, Wasser, Watschn – alles haben Sie vergeblich versucht? Unser Tipp: Greifen Sie einfach zu unseren Allzwecktüchern!

Allzwecktücher: Gewoben aus feinster Kruppstahlwolle, rostfrei, glänzend und kiloschwer. Laschen an den Ecken erleichtern die Handhabe, müheloses und graziles Schwingen ist damit kein Problem. Wecken war noch nie so leicht!

Und für nur 17 Mark ein echtes Schnäppchen! Fragen Sie gleich beim nächsten Gang zum Kurzwarenhändler nach unseren Allzwecktüchern!

Allzwecktücher – und mit einem Schlach ist Allz gleich wach!«

Stille Lerninsel

An der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät der Uni Erlangen weiß man noch, wie man ›freundlich‹ darauf hinweist, dass die Leute gefälligst ja ihre Mäuler halten. Mit vier Schildern auf einem Quadratmeter. Man widerspricht sich zwar – »stille Lerninsel« und »ausschließlich stille Arbeit« VS. »sprechen Sie leise« –, aber damit hat man den Vorteil, nur unliebsame Personen ausschließen zu müssen (»Könnt ihr nicht lesen, ihr Kanax? Da steht extra ›Keine Gespräche‹! Kein Wunder, könnt wohl kein Deutsch, was? Und jetzt raus mit euch Geschmeiß!« VS. »Oh, Verzeihung, dürfte ich Sie bitten, etwas leiser zu sprechen? Vielen Dank. Und, sagen Sie mal: Sie sind sehr hübsch – wollen wir vielleicht einen Kaffee trinken gehen? Mein Büro ist gleich da drüben, kommen Sie einfach rein, wenn Sie Lust haben. Ich würd mich sehr freuen, mon chérie! *zwinker-zwonker Luftkuss*«).

Hach, Wirtschafts»wissenschaftler« müsste man sein! *träum*

Mahlers Fünfte

Neulich wies jemand darauf hin, das Ende von Mahlers Fünfter klänge so, als würden mehrere Sinfonien gleichzeitig zu Ende gehen. Ich weiß, warum das so ist. Erklärung: Eigentlich heißt sie nicht »5.«, sondern »5!« (lies: »fünf Fakultät«, vgl. Mathematikunterricht) und es sind eigentlich 5 x 4 x 3 x 2 x 1 Sinfonien (d.h. 120) auf einmal. Nur leider wischte Mahler den Balken des Ausrufezeichens mit dem Ärmel weg, als er noch nicht trocken war, und ging erstmal Mittagessen nach der ganzen Komponiererei vormittags. Als er wieder von Tische kam, fiel ihm der Fauxpas gar nicht mehr auf und er akzeptierte es sofort, dass das Stück die »5.« heißt. Es hatte nämlich nicht nur ein Bier gegeben zum Essen, sondern ausnahmsweise auch Schnaps usw. und schon einen Aperitif vorher, weil die Dame des Hauses runden Geburtstag hatte. Genau genommen kannte Mahler sich gar nicht mehr aus, wusste weder, wo hinten, noch, wo vorne war und schoppte die Notenblätter einfach nur in die Mappe, die ganz zu öffnen er auch gar nicht mehr in der Lage war. Dann fiel er mitsamt allen Klamotten ins Bett, d.h. auf den Teppich im Flur, in den er sich einwickelte und sich selten so gut gebettet vorkam. »Es ist mir noch nie aufgefallen, aber: Meine Bettdecke fördert und fordert, genau wie es sein soll. *börps*« Ja, ihm ging ein Rülpser durch den Kopf. Innerlich kicherte er über diesen grandiosen Einfall, nicht körperlich zu rülpsen, sondern einfach mal im Stillen, im Inneren. So etwas nämlich, so befand er, zeichne einen wahren Musikanten bzw. Komponisten aus, dass er es sich auch im Innern gemütlich machen konnte, ganz für sich, ohne auf andere zu schielen. Dann machte er groß in die Hosen, war jedoch Sekunden vorher so tief eingeschlafen, dass es ihn gar nicht mehr störte. »Gustav! Jetzt können wir schon wieder einen Teppich wegschmeißen!«, musste er sich anderntags anhören. »Naja, weißt was, ich brauch da eigentlich gar keinen Teppich«, erwiderte er und verfügte damit, dass kein Ersatz angeschafft wurde. Dann nahm er Zettel und Stift und schrieb Kompositionen auf.