WU-TANG

Hallo Freunde, kennt ihr schon den WU-TANG FLAN, die neue Süßspeisenkreation des New Yorker Conditoren-Labels Coppenrade’n’Wi$e?! Bestehend aus exakt neun Zutaten wird er nach einem alten Shaolin-Rezept von neun MCs (Masters of Conditory, Quatsch: Confectionery) in 36 Schritten zu einem zur Fledermaus stilisierten W verfertigt. Für das Süßspeisen-Magazin Backspin ist es d a s Comeback des Jahres, »Wu-Tang erobern damit einen großen Teil des Kuchens zurück!«
In stores May 31

Komikkritik: Nein. Quarterly

Akademiker*innen scheinen Eric Jarosinskis »Nein. Quarterly« (er über sich auf Twitter hinter einer Adorno-Vignette: »A Compendium of Utopian Negation«) mitunter innig zu lieben. Aber warum? Weil es in der »Zeit« erscheint?

Ich habe keine Ahnung, was ich damit anfangen soll. Lacht man da drüber? Lässt man sich »zum Nachdenken anregen«? Mich jedenfalls berührt es in seiner Trockenheit und Sprödigkeit so sonderbar unangenehm, dass ich nur weg will davon. Was es – wie Profilbild und Gehabe implizieren sollen – mit Kritischer Theorie im Speziellen oder Dialektik im Allgemeinen zu tun haben soll, bleibt mir verschlossen.

»Die Zeit« beschreibt seine Sachen als »abgründige Sinnsprüche«, die auf Twitter Zehntausende Follower fänden, und freut sich, seine Printkolumne drucken zu dürfen.

Mir kommt das nur vor wie Reiswaffeln pur ohne dazu was trinken zu dürfen.

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NB: Lesenswert dazu ist die Humorkritik aus TITANIC 9/2015: http://www.titanic-magazin.de/humorkritik/2015/september/hk/mein_bloeder_zwilling-8

Klima»wandel«? Klimakatastrophe!

»Global heating« statt »global warming«, »climate emergency, crisis or breakdown« statt »climate change« – der britische Guardian empfiehlt seinen Journalist*innen in seinem »house style guide« seit kurzem adäquatere Ausdrücke für die Klimakatastrophe (Artikel: Why the Guardian is changing the language it uses about the environment).

Mit diesen Alternativausdrücken zu »Klimawandel« könnt’s aber auch bei hiesigen Lärm- und Krawallmedien wie Spiegel Online klappen:
– Klimapokalypse
– Klimagate
– Klim-Krieg (?)
– Klimargeddon (Bibel und Hollywood!)
– Klimaterloo
– Klimhavarie (mit stummem h aber = schwierig)
– Klima-Kill
– Klima-Koller
– Zum-Kotz-Klima
– Klima-Kacke
– Kill-Klima
– Klimaquark (es ist doch eh schon alles wurscht)
– Klimbumm (hä?)
– Hitlerklima

Spam-Mails

19.03.2019 – Leute sollen mir für ihre Vorträge bei einer Veranstaltung Dateien zuschicken. Damit ich sie auf eine Plattform uppen kann. Einige davon erreichen mich nicht. Ich frage nach. Sie schauen. Was mit den Mails passiert ist. Und da schau her. Im Spam-Ordner sind Benachrichtigungen. Die Mails konnten nicht zugestellt werden; im S p a m – Ordner.

Email-Anbieter von teilweise Weltrang hauen ihren Nutzer*innen solche Benachrichtigungen in den Spam-Ordner. Kein Mensch kriegt was davon mit. Kein Mensch kann etwas davon mitkriegen. Daher Nachfragen. Antworten. Suchereien. Ah jetzt. Nochmal. Hier bitte. Ja danke. Jetzt ist es da.

Es ist doch alles zum Verzweifeln vernagelt und brunzdumm schon auch.

Nomen est Berufsberatung (2)

Für die des Österreichischen Mächtigen: An einer deutschen Universität gibt es einen Privatdozenten nachnamens Dickschas. Er ist zwar Mediziner, aber entgegen der Regel »Nomen est Berufsberatung« kein Gastroenterologe.

Zum Thema Darmwinde weiß Wikipedia übrigens Hübsches zu berichten: »Einige Menschen haben die Fähigkeit, durch gezieltes Spannen des Darmschließmuskels die Tonhöhe der Abwinde zu modulieren. Der bekannteste dieser Kunstfurzer, die früher auf Jahrmärkten und Rummelplätzen auftraten, war der Franzose Joseph Pujol, der unter dem Künstlernamen Le Pétomane (von französisch le pet ›der Furz‹) auch im Pariser Moulin Rouge in den 1890er Jahren auftrat. Allerdings soll Pujol die Fähigkeit gehabt haben, auch über den Anus Luft einzusaugen und somit geruchsfrei Geräusche produzieren zu können. Sein Repertoire umfasste die Imitation von Gewittern, von Kanonenschlägen bis hin zur Intonation von Melodien.« (Eintrag »Flatulenz«, Abschnitt »Trivia«)

Dass Pujol mit dem Anus Luft einsaugen konnte, mag ich zwar nicht recht glauben, aber sei’s drum. Mords den Wind werd’ ich deswegen jetzt auch nicht veranstalten.

Komikkritik: Gedichtetag auf der taz-Wahrheit

Der wöchentlich wiederkehrende Ankündigungstext der Gedichte-Rubrik der taz-Wahrheit lautet: »Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Die Leserschaft darf sich an einem Poem über … erfreuen.« Aber was soll das?, nur weil Gedichte mancherorts den Ruf der angestaubten Form haben mögen – im Deutschunterricht werde man dahingehend eh bloß mit über hundert Jahre altem Zeug gequält, wen interessiere dieses Schnarchzeug –, braucht man doch nicht so altertümelnd daherzuschreiben. Warum nicht gleich: »Die Recipienten dürffen sih an Poeterey über … erfrewen«?
Über die veröffentlichten Gedichte nichts.